Logo der AHK Großchina

Von Lübeck nach Peking: Wie deutsche Praktikanten die deutsch-chinesische wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern

  • News

Über das China‑Germany Youth Interns Exchange Programme (CGYIEP) hat die Hanse-Schule in Zusammenarbeit mit dem deutschen Praktikantenprogramm der AHK Greater China deutsche Berufsschüler in drei‑ bis vierwöchige, berufsbezogene Praktika bei chinesischen Unternehmen und Institutionen vermittelt. Die Nachwuchskräfte, vertraut mit deutschen Geschäftsabläufen, unterstützten die chinesischen Unternehmen mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten.

52d70392-2987-49c2-ab37-f87233ed91db.png
Hanse-Schule / Hanse-Schule

Im Jahr 2024 absolvierte der deutsche Student Lars Böge ein Praktikum bei der in Peking ansässigen EUROIMMUN Medical Diagnostics (China) Co. Ltd. Dort führte er Marktanalysen durch und unterstützte die Kommunikation zwischen der chinesischen Niederlassung und der deutschen Unternehmenszentrale mithilfe seiner Sprachkenntnisse und fachlichen Kompetenzen.

 

Gleichzeitig unterstützte eine weitere deutsche Praktikantin ein Pekinger HR-Unternehmen dabei, junge chinesische Fachkräfte auf Karrieren im deutschen Pflegesektor vorzubereiten. Dabei nutzte sie ihre Sprachkenntnisse, um kulturelle und operative Unterschiede zu überbrücken.

 

Wie kamen die beiden deutschen Studenten zu ihren Praktika in China, und wie unterstützten sie die Unternehmen mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten?

 

Beide Studenten stammen von der Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung („Hanse-School“), einer öffentlichen Berufsschule in der Hansestadt Lübeck mit rund 1.500 Schülerinnen und Schülern. Die Schule bietet im dualen Ausbildungssystem 14 Fachrichtungen an, darunter kaufmännische Ausbildungsberufe verschiedener Branchen sowie Assistenz- und Fachausbildungen im Bereich Betriebswirtschaft.

 

Jens Oberbeck, Leiter des Fachbereichs Industrie, IT-Berufe und Veranstaltungen, koordiniert verschiedene Ausbildungsprogramme und internationale Praktika für die Schülerinnen und Schüler. Dabei stellte er fest, dass sowohl viele Schüler der Hanse-Schule als auch generell viele Menschen in Deutschland nur wenig über China wissen.

 

Als Herr Oberbeck die Initiative startete, Schüler für Praktika nach China zu entsenden, war sein Ziel klar: China hat sich zu einer weltweit führenden Nation entwickelt. Neben den USA ist China einer der wichtigsten Partner deutscher Unternehmen – und deshalb sei es notwendig, diesen Markt besser zu verstehen.

 

„Um im chinesischen Markt erfolgreich zu sein, muss man die Menschen verstehen“, erklärt er. „Wir bereiten unsere Schüler auf internationales Arbeiten vor – insbesondere in China –, damit sie ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, was in China geschieht und wie die dortige Geschäftskultur funktioniert. Dafür muss man Zeit in China verbringen. Genau deshalb entsenden wir Schüler zu Praktika dorthin.“

Deutsches Praktikantenprogramm: Ein Modell der Zusammenarbeit für junge Menschen

In den vergangenen Jahren haben drei Schüler der Hanse-Schule Praktika in China im Rahmen des China-Germany Youth Interns Exchange Programme (CGYIEP) absolviert. Das gemeinsam von China und Deutschland initiierte Programm soll die bilateralen Beziehungen stärken indem es internationale Praktika für junge Menschen aus Deutschland und China fördert.

 

„Die AHK Greater China war für uns ein verlässlicher Partner und hat unsere Auszubildenden effizient mit chinesischen Unternehmen zusammengebracht“, sagt Herr Oberbeck, der inzwischen weitere Praktikumsaufenthalte in China koordiniert.

 

Im Juli 2018 waren der damalige chinesische Premierminister Li Keqiang und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Zeugen der Unterzeichnung der Gemeinsamen Absichtserklärung zum Jugendaustauschprogramm für Praktikanten zwischen China und Deutschland. Nach der Unterzeichnung des Umsetzungsplans wurde das CGYIEP im Oktober 2019 offiziell ins Leben gerufen.

 

Sowohl China als auch Deutschland verfügen über offizielle Institutionen zur Steuerung des Programms: auf chinesischer Seite die Abteilung für Internationale Zusammenarbeit des Ministeriums für Human Resources and Social Security der Volksrepublik China und auf deutscher Seite die Abteilung für Asienangelegenheiten des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland. Die AHK Greater China ist die einzig autorisierte Durchführungsorganisation für die Ausstellung der notwendigen Bestätigungsschreiben für deutsche Teilnehmer.

 

Die AHK Greater China unterstützt Unternehmen, die im Rahmen dieses Programms deutsche Praktikanten aufnehmen möchten, und hilft zugleich deutschen Teilnehmern bei der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen in China.

 

Teilnahmeberechtigt sind deutsche Staatsangehörige zwischen 18 und 35 Jahren, die sich aktuell in Ausbildung oder Studium befinden oder dieses erst kürzlich abgeschlossen haben. Das Programm vermittelt fachbezogene Praktika, die sich an den jeweiligen Ausbildungs- oder Studienschwerpunkten der Teilnehmer orientieren. Dadurch können theoretische Kenntnisse aus dem Unterricht in der Praxis angewendet und gleichzeitig branchenspezifische Fähigkeiten aufgebaut werden. Durch die Arbeit in einem internationalen Umfeld verbessern die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse, erweitern ihre interkulturelle Kompetenz und knüpfen wertvolle berufliche Kontakte, die wichtige Voraussetzungen für eine internationale Karriereentwicklung sind.

 

Für die aufnehmenden Unternehmen ist insbesondere die praxisorientierte Ausbildung deutscher Praktikanten aus dem dualen System von großem Wert, da diese sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Berufserfahrung umfasst.

 

„Unsere Schüler sind gut ausgebildet und wissen, wie man in Unternehmen arbeitet – das ist ihr Vorteil gegenüber vielen Universitätsstudenten. Sie verfügen bereits über praktische Erfahrung und sind mit Teamarbeit vertraut“, betont Herr Oberbeck.

 

Gerade für chinesische Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu Deutschland bringen deutsche Praktikanten zudem wertvolle Kenntnisse über Deutschland sowie über die deutsche Arbeits- und Unternehmenskultur mit.

Bleibender Einfluss: Von Sprachkenntnissen zu beruflichen Brücken

In Deutschland werden Praktika in China in der Regel von Unternehmen organisiert, die dort über Niederlassungen oder Produktionsstätten verfügen. Die Hanse-Schule schließt jedoch eine Lücke für Auszubildende von Unternehmen ohne Präsenz in China, indem sie sie durch den gesamten Prozess der Praktikumsorganisation begleitet – von der Suche nach geeigneten Gastunternehmen bis hin zur Bewältigung logistischer Herausforderungen.

 

Die Praktikanten der Hanse-Schule wurden in einem Auswahlverfahren ausgewählt, das gute schulische Leistungen, Interesse an China sowie die Zustimmung ihrer deutschen Ausbildungsbetriebe voraussetzte, da die Schüler im Rahmen des dualen Systems parallel in deutschen Unternehmen arbeiten. Sie verbrachten jeweils drei bis vier Wochen in China.

Neben ihrer Arbeit in den Unternehmen nahmen zwei Praktikanten an einer Bildungsveranstaltung am Guizhou College of Electronic Science and Technology in Guiyang teil. Dort unterstützten sie die Organisation der Veranstaltung sowie den Wissensaustausch zwischen deutschen Berufsbildungsmodellen und chinesischen technischen Ausbildungssystemen.

 

Nach Abschluss seines Praktikums kehrte Lars Böge nach Deutschland zurück und fand eine Anstellung bei einem deutschen Unternehmen mit einem Werk in Peking. Dort ist er für bestimmte Produkte in China verantwortlich und profitiert dabei von seinem persönlichen Netzwerk, das er in Deutschland und China aufgebaut hat.

 

Die Schule bietet Chinesischunterricht an, und die Praktikanten lernten die Sprache etwa eineinhalb Jahre lang, bevor sie nach China kamen.

 

„Fließend sprechen sie noch nicht, aber sie können sich unterhalten und ein Gefühl für die chinesische Sprache und Kultur entwickeln“, sagt Herr Oberbeck über ihre Mandarin-Kenntnisse. „Außerdem müssen sie ein Vorbereitungsprogramm zu typischen kulturellen Unterschieden zwischen Deutschen und Chinesen absolvieren“, ergänzt er.

 

Für deutsche Schüler, die ein Praktikum in China in Betracht ziehen, ist diese besondere Erfahrung laut Herrn Oberbeck unvergesslich.

 

„Man beginnt, über den Tellerrand hinauszudenken und sich selbst zu reflektieren. Man kann sogar mehr über das eigene Heimatland lernen, wenn man im Ausland war. Und man kehrt aus China als ein anderer Mensch nach Deutschland zurück – mit einem erweiterten Horizont“, sagt er.

teaser - German Internship Programm

German Internship Program

The German Internship Program is an initiative jointly launched by China and Germany, aiming to strengthen bilateral relations, especially people-to-people exchanges, cooperation, and friendship, by promoting international internships for young people from both countries. We serve companies that are recruiting German interns through this project, while also helping German interns who wish to intern in China find suitable positions.

teaser - visa service

Visa Services

Wir helfen Menschen seit über 20 Jahren, erfolgreiche Visumsanträge zu stellen - insbesondere für die Schengen-Länder, Deutschland und China. Unser Team sorgt dafür, dass Ihr Visa-Antragsprozess so reibungslos und stressfrei wie möglich verläuft. Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Bearbeitung von Beglaubigungen von Dokumenten in China an. Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Bearbeitung von Beglaubigungen von Dokumenten in China an. Sie brauchen ein Visum oder eine Beglaubigung? Kontaktieren Sie uns heute, und wir werden uns umgehend bei Ihnen melden.

HR Solutions logo

HR-Services

Mit unterschiedlichsten HR-Services unterstützen wir deutsche Unternehmen in China qualifiziertes Personal zu finden und zu entwickeln. Unsere Dienstleistungen umfassen Recruitment von Personal, Schulungen, Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und HR-Beratungen.

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub