Im Januar 2026 unternahm eine Delegation deutscher mittelständischer Unternehmer eine intensive einwöchige Entdeckungsreise durch China, organisiert von der AHK Greater China. Die Reise führte die Teilnehmer von Shanghai über Changsha und Hengyang bis nach Shenzhen.
Die Initiative wurde von Markus Schmidt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Alois Müller GmbH sowie des GreenTech Hub, konzipiert und geleitet.
Für die Teilnehmer machte die China-Reise deutlich, dass ein substanzieller Austausch mit China persönliche Erfahrungen, verlässliche Partner vor Ort und Offenheit für den Dialog voraussetzt – Eigenschaften, die für deutsche mittelständische Unternehmen in einem sich rasant wandelnden globalen Umfeld immer wichtiger werden.
Die Alois Müller Gruppe ist ein familiengeführtes deutsches Industrieunternehmen in zweiter Generation mit mehr als 50 Jahren Geschichte. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf Energiesystemen – von klassischer Energieinfrastruktur bis hin zu erneuerbaren und zukunftsorientierten Technologien wie Solarenergie, Windkraft, Energiespeicherung, Wasserstoff und intelligenten Energielösungen.
Der GreenTech Hub wurde von mehreren mittelständischen Unternehmen aus dem Allgäu in Bayern gegründet, die ein gemeinsames Interesse an Innovation, Zukunftstechnologien und Transformation verbindet. Der Hub dient als Kooperationsplattform für mittelständische Unternehmen und Start-ups mit besonderem Fokus auf Green Technology sowie KI und Digitalisierung. Er vereint Unternehmen aus den Bereichen Energie, Automobilindustrie, Verpackung, Bauwesen und Maschinenbau und integriert zugleich Start-ups über Inkubator- und Accelerator-Programme.
„Das Ziel des Hubs ist es, mittelständischen Unternehmen zu ermöglichen, neue Geschäftsfelder in Zukunftstechnologien aufzubauen, passende Start-ups zu finden, neue Wachstumschancen zu schaffen, hochqualifizierte Talente zu gewinnen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Herr Schmidt.
Warum eine China-Entdeckungsreise für deutsche Mittelständler wichtig ist
Die Idee für die China-Reise entstand aus den langjährigen persönlichen und beruflichen Erfahrungen von Herrn Schmidt in China während seiner Zeit bei Bosch von 2000 bis 2020. Nachdem er Chinas rasante Entwicklung über viele Jahre hinweg miterlebt hatte, war er Ende 2025 überzeugt, dass eigene Erfahrungen vor Ort für die Gruppe unverzichtbar seien.
„China ist viel zu wichtig, um es nur durch Berichte oder Informationen aus zweiter Hand zu verstehen“, sagt er. „Man muss dorthin gehen, wo die Entwicklungen tatsächlich stattfinden.“ Das Ziel war daher klar definiert: eine intensive, eng getaktete Woche, die möglichst tiefe Einblicke in Chinas Industrie-, Technologie- und Innovationsökosysteme bieten sollte.
Die Reise begann in Shanghai mit einem Briefing der AHK Greater China zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und technologischen Positionierung Chinas. Dadurch erhielt die Delegation zunächst einen strategischen Überblick, bevor die Unternehmensbesuche starteten.
Shanghai wurde bewusst als Ausgangspunkt gewählt: eine Stadt, die für internationales Geschäft, etablierte Industrieunternehmen und eine hochentwickelte Innovationsinfrastruktur steht. Die Delegation besuchte eine sorgfältig ausgewählte Mischung aus chinesischen mittelständischen Unternehmen, führenden Technologiekonzernen und seit vielen Jahren in China etablierten deutschen Unternehmen. Zu den Stationen gehörten unter anderem Yinjinda New Materials (Kunststoffverpackungen), das SAP Innovation Lab (Digitalisierung und KI), XNODE (Startup-Förderung und Entrepreneurship) sowie Pylon Technologies (Energiespeicherung). Damit verband die Reise klassische industrielle Fertigungskompetenz mit Einblicken in digitale Transformation und moderne Innovationsmodelle.
Von Shanghai aus reiste die Delegation weiter ins Landesinnere nach Changsha und Hengyang – Regionen, die vielen deutschen Mittelständlern weniger bekannt sind, jedoch eine zentrale Rolle im industriellen Rückgrat Chinas spielen. Besonders hervorzuheben war in Changsha der Besuch bei SANY Truck, der praxisnahe Einblicke in elektrische und wasserstoffbetriebene Schwerlastfahrzeuge, Batteriewechselsysteme sowie Wasserstofftankinfrastruktur ermöglichte.
Der anschließende Besuch bei Ritar Power in Hengyang vermittelte tiefe Einblicke in Batteriefertigung, Forschung und Entwicklung sowie großskalige Energiespeicherlösungen – sowohl im Bereich Lithium- als auch fortschrittlicher Batterietechnologien.
Die letzte Etappe führte die Delegation nach Shenzhen, das weithin als führendes Innovationszentrum Chinas gilt. Dort lag der Schwerpunkt insbesondere auf der Verbindung von Hardware, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Besuche im Siemens Energy Innovation Center, auf dem Bantian Campus von Huawei sowie bei Unternehmen aus den Bereichen Ladeinfrastruktur und Energiespeicherung wie Winline Technology und YOTAI Digital Energy sowie ein Roundtable-Austausch mit lokalen New-Energy-Unternehmen verdeutlichten, wie schnell China industrielle Skalierung mit digitaler Intelligenz verbindet.
Auch die informellen Elemente der Reise – darunter Business-Lunches und Abendessen, Werksbesichtigungen sowie die Erfahrung mit Chinas Hochgeschwindigkeitszug-Infrastruktur – vermittelten den Teilnehmern ein ganzheitliches Verständnis für die Dynamik, Größenordnung und Organisation des Landes.
Mittelstand trifft Mittelstand: Kulturelle Nähe als Grundlage für Partnerschaften
Eine der wichtigsten Erkenntnisse von Herrn Schmidt aus der China-Reise war die Offenheit und Professionalität chinesischer privat geführter mittelständischer Unternehmen, darunter auch familiengeführte Betriebe.
„Wir wurden außergewöhnlich herzlich empfangen“, berichtet er. „Viele Unternehmen haben uns ihre Produktionslinien und Forschungs- und Entwicklungszentren geöffnet. Als selbst familiengeführte Unternehmen haben wir eine starke kulturelle Verbindung gespürt.“
Diese direkten Einblicke vertieften das Verständnis der Gruppe für Chinas privatwirtschaftlichen Mittelstand erheblich – ein Bereich, der nach Ansicht von Herrn Schmidt in Deutschland noch immer unterschätzt wird.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Reise war die Zusammenarbeit mit der AHK Greater China. Für Herrn Schmidt waren insbesondere Neutralität, Professionalität und Vertrauen ausschlaggebend, vor allem weil einige Teilnehmer erstmals nach China reisten. Die AHK Greater China übernahm nicht nur die gesamte Organisation und Koordination über große geografische Distanzen hinweg, sondern ermöglichte durch Briefings, Unternehmensbesuche und Networking-Dinner auch qualitativ hochwertige Geschäftskontakte. Ebenso wichtig war, dass die intensive Woche die Beziehungen innerhalb der deutschen Delegation selbst stärkte.
„Die AHK Greater China repräsentiert deutsche Unternehmen in China und zugleich China in Deutschland. Sie ist eine sehr wichtige Verbindung zwischen deutscher Industriekultur und tiefem China-Know-how“, erklärt er.
„Basierend auf meinen Erfahrungen mit deutschen Delegationen ist die AHK Greater China ein äußerst professioneller und verlässlicher Partner – insbesondere für Unternehmen, die China zum ersten Mal besuchen. In einem so komplexen Umfeld braucht man eine Organisation, der man vollständig vertrauen kann. Es gibt viele Anbieter mit ähnlichen Dienstleistungen, aber die AHK Greater China hebt sich durch ihre Neutralität, Professionalität und ihr tiefes Verständnis sowohl Deutschlands als auch Chinas deutlich hervor.“
Gerade für deutsche mittelständische Unternehmen sei die AHK durch das IHK-Netzwerk eine vertraute und vertrauenswürdige Institution, was die Zusammenarbeit unkompliziert und verlässlich mache.
Eine solche Erfahrung schafft Vertrauen und ein gemeinsames Verständnis, das weit über die eigentliche Reise hinaus Bestand hat. So reiste beispielsweise Wei Su, CEO von XNODE – einem Unternehmen, das die Delegation in Shanghai besuchte – Anfang April nach Deutschland, um Herrn Schmidt zu besuchen. Dies ist ein konkretes Beispiel für die aus der Reise entstandene Zusammenarbeit.
Strategisch bestätigte die Reise den Fokus von Alois Müller, die Transformation der Energiesysteme in Deutschland und Europa aktiv mitzugestalten – von erneuerbaren Energien über Energiespeicherung und intelligente Netze bis hin zu Flexibilität, Digitalisierung, Energiesicherheit und Dekarbonisierung. Für den GreenTech Hub bleibt die zentrale Aufgabe, neue Innovationsfelder zu erschließen, indem künstliche Intelligenz mit physischen Produkten verbunden wird und mittelständische Unternehmen bei der erfolgreichen Transformation ihrer Geschäftsmodelle unterstützt werden.
International wird China dabei zunehmend als strategischer Partner gesehen – nicht nur als Quelle für Technologien und Produkte, sondern immer stärker auch als Partner für gemeinsame Entwicklungen und zukünftige Markterschließungen.
Auf die Frage, welchen Rat er anderen deutschen Unternehmen für eine ähnliche Reise geben würde, antwortet Herr Schmidt mit einer einfachen, aber klaren Empfehlung: die richtige Balance finden – zwischen Städten, Unternehmen und Intensität – und vor allem: „Nicht über China sprechen. Sondern mit China.“