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Bayer in China: Lokale Innovation mit globaler Wirkung bringt die Biomedizin in eine neue Dimension

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Ein Artikel aus unserem Business Magazin DE Perspectives. Der folgende Artikel ist in der Winter-Ausgabe unseres englischsprachigen Business Magazins DE Perspectives erschienen. Die Winter-Ausgabe geht um das Thema „Reimagine the Horizon“. Den Link zum Magazin finden Sie weiter unten.

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AHK Greater China / AHK Greater China

Ein grundlegender Wandel verändert derzeit die globale Biopharmaindustrie. China hat sich rasant von einem reinen Produktionsstandort zu einer der dynamischsten Quellen biomedizinischer Innovation weltweit entwickelt – einem Ort, an dem Skaleneffekte, ingenieurtechnische Präzision und wissenschaftliche Exzellenz zusammenkommen. Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Krankheiten kennen keine Grenzen – und die Innovationen zu ihrer Bekämpfung sollten es ebenfalls nicht. Die Zahlen spiegeln diesen Wandel wider. Rund 30 % der weltweit in der klinischen Phase befindlichen Biopharma-Assets stammen inzwischen von chinesischen Biotech-Unternehmen, verglichen mit nur 4 % vor einem Jahrzehnt. 

 

Für multinationale Pharmaunternehmen hat sich China damit von einem nachgelagerten Vermarktungsmarkt zu einem vorgelagerten Ausgangspunkt und Beschleuniger für die nächste Generation der Wirkstoffentwicklung entwickelt.

 

Für Bayer – mit einer über 140-jährigen Geschichte in China – eröffnet dieser Wandel ein völlig neues Feld. Ziel ist es, die Innovationskraft Chinas systematisch in die globale Pipeline von Bayer zu integrieren und den Weg vom Labor zum Patienten zu beschleunigen.

 

„Die globale Biopharmaindustrie hat um das Jahr 2020 einen Wendepunkt erreicht“, sagt Xiaolan Zhou, Präsidentin von Bayer China. „Heute konkurrieren Innovationen aus China um ‚Best-in-Class‘, indem sie weltweit führende Ingenieurskompetenz nutzen, und um ‚First-in-Class‘, indem sie die unvergleichliche Kosteneffizienz und Geschwindigkeit ihrer Forschungs- und klinischen Entwicklungsprozesse einsetzen.“

 

Dieses System ermöglicht inzwischen Zulassungen für klinische Studien in nur etwa 60 Tagen und basiert auf tiefgreifendem wissenschaftlichen Talent, umfangreichen Real-World-Daten und einer dynamischen Gruppe von KI-orientierten Biotech-Unternehmen, die neue Ansätze in der Wirkstoffforschung entwickeln.

 

Der Aufstieg der chinesischen Biopharmaindustrie zeigt sich besonders deutlich in den Technologien, die die Zukunft der Medizin prägen: China stellt mehr als die Hälfte der weltweit in klinischer Entwicklung befindlichen bispezifischen Antikörper (BsAbs) und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), und seit 2022 wurden rund 600 First-in-Class-Wirkstoffkandidaten entwickelt – fast viermal so viele wie im vorangegangenen Vierjahreszeitraum.

 

„Durch die Kombination von Chinas Geschwindigkeit, Ingenieurkompetenz, KI-gestützten Fähigkeiten und umfangreichen Datensätzen mit Bayers Expertise in Krankheitsbiologie und patientenzentriertem Ansatz erweitern wir nicht nur unser Portfolio“, erklärt Betty Huang, Leiterin des Collaborate to Cure Hub China bei Bayer Pharmaceuticals. „Wir setzen neue Maßstäbe dafür, was wissenschaftlich und operativ für Patienten weltweit möglich ist.“

 

Die strategische Ausrichtung: Open Innovation fest verankern

Bayers China-Innovationsstrategie ist ein zentraler Bestandteil der globalen F&E-Aktivitäten – umgesetzt durch ein dediziertes, funktionsübergreifendes Team mit zwei klaren Zielen: die globale Pipeline kontinuierlich mit hochwertigen, innovativen Wirkstoffen zu versorgen und gleichzeitig die Produktivität der Forschung durch frühzeitige Risikoreduzierung und schnellere Entwicklungszyklen zu steigern. Der Ansatz kombiniert systematisches Scouting, die Optimierung der eigenen Präsenz sowie eine enge Integration in das Innovationsökosystem Chinas.

 

Ein zentraler Bestandteil dieser Präsenz ist das Bayer E-Town Open Innovation Center, das im November 2025 im International BioPark in Yizhuang, Peking, eröffnet wurde. Es ist mehr als ein physischer Standort – es verkörpert Bayers Ansatz „in China, for global“ als offene Plattform, auf der Industrie, Wissenschaft und Start-ups zusammenarbeiten. Gemeinsame Büros, Co-Working-Flächen sowie direkter Zugang zu Bayers globalem Netzwerk und therapeutischer Expertise ermöglichen eine enge Zusammenarbeit mit Partnern. Durch die Integration von Kooperation in den Arbeitsalltag trägt das Zentrum dazu bei, Entwicklungszeiten zu verkürzen, wissenschaftliche Prioritäten abzustimmen und den Weg zum klinischen Proof-of-Concept zu beschleunigen.

 

Das Zentrum wird durch Bayer Co.Lab ergänzt, das globale Inkubatornetzwerk für Life Sciences, das gemeinsam mit dem Open Innovation Center in Peking betrieben wird und mit Standorten in Boston, Berlin, Kobe und Shanghai vernetzt ist. Co.Lab Peking bietet ansässigen Start-ups Zugang zu globalen Ressourcen und Netzwerken von Bayer, maßgeschneiderte Betreuung durch Wissenschaftler und Experten sowie strategische Unterstützung zur Beschleunigung von Wachstum und Pipeline-Entwicklung. Die ersten beiden Start-ups im E-Town Center – Youngen (Plattformen für Gentherapie der nächsten Generation und Nukleinsäure-Transport) und Puhe BioPharma (neuartige präzisionsmedizinische Wirkstoffe in der Onkologie) – stehen exemplarisch für Bayers Open-Innovation-Modell: innovative Forschung in China identifizieren und mithilfe globaler Kompetenzen weiterentwickeln, um ungedeckte medizinische Bedürfnisse weltweit zu adressieren.

 

Eine Kultur der Zusammenarbeit: von der Strategie zur Wirkung für Patienten

Um gezielt bahnbrechende Innovationen zu identifizieren, hat Bayer Mitte 2025 den „China Innovation Pitch“ gestartet, der sich auf besonders fortschrittliche Technologien konzentriert. Über 120 qualitativ hochwertige Bewerbungen von lokalen Start-ups gingen ein und unterstreichen die Innovationskraft des Marktes. Sechs Gewinner erhielten nicht verwässernde Fördermittel sowie Unterstützung durch Bayer, darunter Finanzierung, individuelle Betreuung durch Wissenschaftler und Zugang zu einem globalen Partnernetzwerk. Neben konkreten Projekten stärkt diese Initiative auch die Beziehungen zu führenden Wissenschaftlern und Biotech-Unternehmern und hält Bayer eng an der dynamischen Innovationslandschaft Chinas.

 

Auch die Scouting-Strategie ist gezielt ausgerichtet. Der Fokus liegt zunächst auf Onkologie sowie kardio-renalen Erkrankungen – Bereichen, in denen das chinesische Ökosystem besonders stark ist – sowie auf fortschrittlichen Technologien wie ADCs und bispezifischen Antikörpern. Die Bewertung berücksichtigt unter anderem klinische Differenzierung (First- oder Best-in-Class-Potenzial), Biomarker-Strategien, CMC-Bereitschaft, globale regulatorische Anforderungen und die Passung zum Portfolio. Ein klar strukturierter Priorisierungsprozess stellt sicher, dass hochwertige Projekte schnell und international koordiniert vorangetrieben werden.

 

Bayers Strategie, das chinesische Innovationsökosystem mit hoher Geschwindigkeit und Offenheit zu nutzen, basiert auf enger praktischer Zusammenarbeit.

 

„Das chinesische Ökosystem hat sich zu einem echten Ausgangspunkt für Forschung und Entwicklung entwickelt“, erklärt Larissa Urbanus, Strategie- und Portfolioverantwortliche für Onkologie bei Bayer Pharmaceuticals R&D. „Die Innovationsbereitschaft, die Geschwindigkeit und die Dynamik der Zusammenarbeit sind außergewöhnlich. Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns tief integrieren und gemeinsam entwickeln.“

 

Zusammenarbeit bedeutet dabei sowohl Beziehungen als auch Strukturen aufzubauen. Das China-Innovationsteam von Bayer stärkt gezielt die Verbindung zwischen globalen Teams, indem Experten aus Europa und den USA nach China kommen und gleichzeitig chinesische Partner und Wissenschaftler in internationale Standorte eingebunden werden. Dieser bidirektionale Austausch fördert kulturelles Verständnis, beschleunigt den Wissenstransfer und reduziert Reibungsverluste. Klare Governance-Strukturen, gemeinsame Kennzahlen und integriertes Projektmanagement sichern dabei Fortschritt ohne Qualitätsverlust.

 

Das Potenzial von Open Innovation in China liegt nicht nur im Zugang zu Innovation, sondern in deren Beschleunigung bei gleichzeitig hoher Qualität. Die frühzeitige Einbindung in Forschung und klinische Entwicklung ermöglicht schnellere Hypothesentests, umfangreichere Datennutzung (einschließlich Real-World-Daten) und eine frühere Risikoreduzierung. In Kombination mit Bayers globalen Entwicklungs- und Vermarktungskompetenzen verkürzt dieser Ansatz Entwicklungszeiten, optimiert Ressourceneinsatz und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit. Das Ergebnis ist eine robustere Pipeline und eine schnellere Bereitstellung innovativer Therapien für Patienten.

 

Der Weg nach vorn: die Zukunft der Medizin gemeinsam gestalten

Das Innovationsökosystem der chinesischen Biopharmaindustrie wird die nächsten Jahre der Medizin entscheidend prägen. Bayers Ansatz basiert auf gezielten Partnerschaften – durch Open-Innovation-Plattformen wie das E-Town Center und Co.Lab, durch aktive Zusammenarbeit mit der Branche sowie durch die Integration von Innovationen in globale F&E-Strukturen. Das Ziel bleibt klar: bislang nicht behandelbare Krankheiten therapieren, Krankheiten heilen und Hoffnung geben. Durch die Verbindung von Chinas Geschwindigkeit und Kreativität mit Bayers jahrzehntelanger Erfahrung in der translationalen Medizin gestaltet das Unternehmen diese Entwicklung aktiv mit.

 

Für die Zukunft wird der Erfolg von konsequenter Umsetzung abhängen: sorgfältige Due-Diligence-Prozesse, durchdachte IP- und Regulierungsstrategien, hohe Datenqualität und starkes Projektmanagement. Gleichzeitig ist kontinuierliches Lernen entscheidend – durch enge Zusammenarbeit mit Patienten, Ärzten und wissenschaftlichen Partnern sowie durch die Weiterentwicklung von Kooperationsmodellen im sich wandelnden Umfeld. Auf dieser Grundlage können zukünftige Innovationen gleichzeitig Patienten in China und weltweit erreichen.

 

„Der Aufstieg Chinas verändert die Innovationslandschaft“, sagt Xiaolan Zhou, Präsidentin von Bayer China. „Für Bayer ist dies eine Einladung, gemeinsam eine innovativere, effizientere und stärker patientenzentrierte Zukunft zu gestalten. Wir werden dies gemeinsam mit unseren Partnern tun, schnell handeln, Prozesse vereinfachen und innovative Therapien für Patienten in China und weltweit bereitstellen.“

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