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Die Zukunft kaltumformen: A+E Kellers Jahrhundert-Erbe der Präzision und sein globaler Wachstumskurs

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Ein Artikel aus unserem Business-Magazin DE Perspectives. Der folgende Artikel ist in der Frühling-Ausgabe 2026 unseres englischsprachigen Business Magazins DE Perspectives erschienen. Diese Ausgabe geht um das Thema „Synergy Beyond“. Den Link zum Magazin finden Sie weiter unten.

Innenansicht einer großen Industriehalle mit Maschinenreihen, Rohrleitungen und Beleuchtungssystemen an der Decke; auf dem Boden stehen mehrere Paletten und Kisten entlang einer gelb markierten Fahrspur.
AHK Greater China / AHK Greater China

 

In der beschaulichen Stadt Arnsberg, wo Kopfsteinpflasterstraßen auf sanfte Hügellandschaften treffen, gestaltet ein über hundert Jahre altes Unternehmen still und beständig die Zukunft der Mobilität. Die A+E Keller GmbH & Co. KG, ein familiengeführtes Unternehmen, das 1919 gegründet wurde, hat über mehr als ein Jahrhundert hinweg die Kunst der Metallumformung perfektioniert.

 

Heute steht das Unternehmen unter der Leitung des Präsidenten der vierten Generation, Dr. Stephan Guht, vor einer entscheidenden Wegmarke: Es gilt, die Tradition höchster Präzision und handwerklicher Exzellenz mit den rasanten Anforderungen einer globalen Transformation der Automobilindustrie in Einklang zu bringen.

 

Mittlerweile verfügt A+E Keller über zwei Produktionsstandorte in China: die Beijing Singu Keller Automotive CFP sowie die Tianjin Singu Keller Automotive Parts.

 

Ein Erbe, geschmiedet aus Stahl

 

Die Geschichte von A+E Keller begann im Jahr 1919, als Anton und Ernst Keller in Arnsberg-Neheim den Grundstein für ihr gleichnamiges Metallumformungsunternehmen legten. 1963 nahm das Unternehmen in Arnsberg-Neheim die erste Kaltumformpresse in Betrieb.

 

Im Jahr 2003 eröffnete Keller Cold Forming Technologies in Belleville, Michigan, und wagte damit den Schritt auf den amerikanischen Markt. Bereits ein Jahr später baute das Unternehmen seine internationale Präsenz weiter aus und gründete mit Singu Keller Cold Forming Parts ein Joint Venture in Peking, China – ein strategischer Schritt, um vom dynamisch wachsenden asiatischen Automobilmarkt zu profitieren.

 

2018 folgte mit Tianjin Singu Keller Cold Forming Parts die zweite Produktionsstätte in China, um die Fertigungskapazitäten insbesondere in den Bereichen Zerspanung und Weiterverarbeitung auszubauen.

 

Was einst als kleine Metallumformungswerkstatt begann, hat sich zu einer international tätigen Unternehmensgruppe für Kaltumformtechnologie mit fünf Standorten auf drei Kontinenten entwickelt.

 

Im vergangenen Jahr präsentierte A+E Keller sein bislang ehrgeizigstes Projekt: eine Kaltumformpresse mit einer Presskraft von 960 Tonnen – die größte Maschine in der Unternehmensgeschichte. Dieses beeindruckende technische Meisterwerk verdoppelt nahezu die Produktionskapazität des Unternehmens.

 

„Sie stellt den vorläufigen Höhepunkt eines umfassenden, mehrjährigen Investitionsprogramms dar“, erklärt Dr. Guht. „Mit ihr können wir die Anforderungen unserer Kunden sowohl im Bereich konventioneller Antriebe als auch bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb erfüllen.“

 

Chinas elektrischer Puls

 

Vor 22 Jahren setzte das Unternehmen mit der Gründung von Singu Keller auf den Aufstieg des chinesischen Automobilmarktes. Das Joint Venture hat sich seitdem zu einer tragenden Säule der Asienstrategie entwickelt.

 

In diesem Jahr zieht Singu Keller in ein neues, deutlich größeres Werk im Pekinger BDA-Distrikt um und schafft damit die Grundlage für weiteres Wachstum auf dem chinesischen Markt.

 

„In China dominieren Fahrzeuge mit Elektroantrieb, während in Amerika Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben weiterhin vorherrschen werden. Europa positioniert sich technologisch zwischen diesen beiden Regionen.“

 

Auch die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

 

„Die Digitalisierung und insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden unsere Entwicklungsprozesse weiter beschleunigen. Dadurch werden unsere Arbeitsabläufe noch effizienter.“

 

Nachhaltigkeit ist ebenfalls fest in der Unternehmensphilosophie verankert. Die Kaltumformung gilt von Natur aus als ressourcenschonendes Verfahren, da Metall ohne energieintensive Erwärmung und mit minimalem Materialverlust geformt wird.

 

Für Dr. Guht ist dies jedoch erst der Anfang:

 

„Nachhaltigkeit in der Produktion und Produktentwicklung ist eine unverzichtbare Voraussetzung für zukünftigen Erfolg. Die Kaltumformung ist bereits heute das effizienteste Verfahren der Metallverarbeitung. Das eröffnet uns hervorragende Perspektiven.“

 

Neben technologischer Kompetenz sieht er die größte Stärke des Unternehmens jedoch in seinen Mitarbeitern und Partnerschaften. Gerade in China, wo persönliche Beziehungen eine zentrale Rolle spielen, misst er dem direkten Kontakt höchste Bedeutung bei.

 

„Persönliche Kontakte sind in China von entscheidender Bedeutung. Geschäfte in China sind Chefsache.“

 

Dieser menschliche Faktor sei unverzichtbar – insbesondere in einem Marktumfeld, in dem lokale Wettbewerber zunehmend an Stärke gewinnen.

 

„Der Wettbewerb in China ist außerordentlich intensiv“, ergänzt Dr. Guht. „In diesem Umfeld wollen wir uns durch ein hervorragendes und innovatives Produktportfolio erfolgreich positionieren.“

 

Ein Leitfaden für globale Ambitionen

 

Unternehmen, die den chinesischen Markt erschließen möchten, empfiehlt Dr. Guht eine Kombination aus sorgfältiger Vorbereitung und langfristigem Engagement.

 

„Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend. Ebenso wichtig ist die Auswahl qualifizierter lokaler Partner. Und Geduld ist unerlässlich. Trotz des hohen Entwicklungstempos lässt sich nachhaltiger Erfolg nur durch kontinuierliches persönliches Engagement erreichen.“

 

Besonders hervor hebt er die Unterstützung durch die AHK Greater China:

 

„Unsere Zusammenarbeit mit der AHK Greater China ist ausgezeichnet. Sie verfügt über ein hervorragendes Netzwerk und bietet ihren Mitgliedern durch zahlreiche Veranstaltungen wertvolle Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung.“

 

Derzeit bereitet Dr. Guht die Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation vor – an seinen Sohn Constantin Guht.

 

Damit überträgt er nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen, sondern auch die Verantwortung, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden.

 

In einer Welt, die sich ständig verändert, erinnert die Geschichte von A+E Keller daran, dass manche Werte Bestand haben: die Präzision eines perfekt gefertigten Bauteils, die Stärke familiärer Kontinuität und das stille Selbstvertrauen jener, die wissen, dass nachhaltige Innovation Zeit braucht – und geschaffen wird, um zu bleiben.

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