Peking/Guangzhou/Shanghai, 24. August 2026: Die Deutsche Handelskammer in China hat die 19. Ausgabe ihres Arbeitsmarkt- und Gehaltsberichts veröffentlicht – ein umfassender Benchmark-Bericht für die Gehälter deutscher Unternehmen in China. Der Bericht zeigt, dass Unternehmen bei der Gehaltsplanung einen konservativen Ansatz verfolgen und in ihren HR-Strategien stärker auf Kostenkontrolle setzen. Dies spiegelt den anhaltenden Preisdruck als größte makroökonomische Herausforderung wider, obwohl sich die Geschäftsaussichten Anfang dieses Jahres leicht verbessert haben. Auch wenn der Einsatz von KI in der Praxis bislang noch nicht weit verbreitet ist, nutzen deutsche Unternehmen in China KI vor allem als Impuls für Weiterbildungen ihrer Belegschaft und weniger als Ersatz für bestehende Mitarbeitende.
Gehaltsindikatoren
- Neuer Tiefststand beim erwarteten Gehaltswachstum: Das erwartete Gehaltswachstum für 2027 sinkt auf 2,95 % und liegt damit 0,24 Prozentpunkte (Pp.) unter der Prognose für 2026 (3,19 %). Erstmals liegt der Wert unter 3 %.
- Tatsächliche Erhöhungen bleiben erneut hinter den Prognosen zurück: Die tatsächlichen Gehaltserhöhungen bleiben seit vier aufeinanderfolgenden Jahren hinter den Prognosen zurück. Der Abstand verringerte sich jedoch von rund 0,6 Pp. im Jahr 2025 (3,24 % gegenüber 3,81 %) auf 0,2 Pp. im Jahr 2026 (2,98 % gegenüber 3,19 %).
- Gehaltsniveaus bleiben nahezu unverändert: Die medianen Gesamtpersonalkosten pro Mitarbeitendem bleiben 2026 mit RMB 20.000 pro Monat weitgehend stabil und liegen damit mit RMB 296 geringfügig über dem Wert von RMB 19.705 pro Monat im Jahr 2025.
- Personalkosten gehen leicht zurück: 2026 machen Personalkosten bei deutschen Unternehmen in China 28,8 % der Gesamtausgaben aus. Das sind rund 2 Pp. weniger als im Vorjahr (30,9 %).
HR Management
- Die Mehrheit sieht bislang keine Auswirkungen durch den Einsatz von KI: 70 % berichten, dass die Einführung von künstlicher Intelligenz oder Automatisierungstechnologien bisher keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Stellenstruktur hatte; 17 % nutzen sie zur Weiterbildung, und nur 8 % haben redundante Stellen abgebaut.
- Anteil ausländischer Beschäftigter erreicht historischen Tiefstand: Der Anteil deutscher Unternehmen in China, die ausländische Mitarbeitende beschäftigen, ist weiter rückläufig und sank von 65,1 % im Jahr 2025 auf 63,3 % im Jahr 2026. Bemerkenswert ist, dass zwischen kleinen Unternehmen (46,5 %) und großen Unternehmen (78,8 %) weiterhin ein erheblicher Abstand von mehr als 30 Pp. besteht.
- In den meisten Bereichen wird durchschnittlich 40–42 Stunden pro Woche gearbeitet: Über alle Abteilungen hinweg arbeitet der größte Anteil (57 %) 40–42 Stunden. In der Produktion werden die längsten Arbeitszeiten gemeldet: 30 % der Unternehmen geben an, dass Arbeitswochen mehr als 48 Stunden umfassen.
Recruiting
- Neue externe Mitarbeitende erhalten nur geringfügige Gehaltsanpassungen: Die Mehrheit (67 %) der Unternehmen bot externen Neueinstellungen im Jahr 2025 Gehaltserhöhungen von 0–5 % an. Bei internen Beförderungen boten 44 % der befragten Unternehmen 2025 Erhöhungen von höchstens 5 % an, während 47 % Erhöhungen von etwa 5–15 % gewährten.
- Weniger Unternehmen erwarten 2026 einen Personalabbau: 2025 erwarteten 21 % der Unternehmen einen Personalabbau, tatsächlich lag der Anteil bei 28 %. Mit Blick auf das gesamte Jahr 2026 fällt der Ausblick etwas positiver aus: 17 % der Unternehmen rechnen mit einem Abbau ihrer Belegschaft.
- Dennoch sind Vertrieb und Forschung & Entwicklung am schwersten zu besetzen: Rund ein Drittel der Unternehmen findet es schwierig oder sehr schwierig, qualifizierte Talente für den Vertrieb (33 %) und Forschung & Entwicklung (31 %) zu rekrutieren, gefolgt von Management-Positionen (24 %).
More HR Data
- Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit: 6,31 Jahre bei Angestellten, 6,8 Jahre bei gewerblichen Mitarbeitenden
- Krankheitstage pro Jahr: 3,8 Tage bei Angestellten, 3,4 Tage bei gewerblichen Mitarbeitenden
- Urlaubstage pro Jahr: 13,4 Tage bei Angestellten, 11,8 Tage bei gewerblichen Mitarbeitenden
- Jährliche Fluktuation: 7,2 % bei Angestellten, 6,1 % bei gewerblichen Mitarbeitenden
Über den Arbeitsmarkt- und Gehaltsbericht 2026/27
Die 19. Ausgabe des Arbeitsmarkt- und Gehaltsberichts basiert auf einer Online-Umfrage, die zwischen dem 22. April und dem 6. Juni 2026 durchgeführt wurde. Insgesamt gingen Antworten von 571 Mitgliedsunternehmen der Deutschen Handelskammer in China ein.
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