EMOChina Newsletter | Ausgabe 12/2016

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie die neue Ausgabe des monatlich, im Rahmen des EMOChina Projekts der German Industry and Commerce Greater China Beijing, erscheinenden Newsletters mit ausgewählten Pressemeldungen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt dient der Unterstützung von deutschen Unternehmen beim Aufbau von Kooperationen und Handelsbeziehungen im Bereich der Elektromobilität in China.

Durch unseren Pressespiegel informieren wir Sie über neue Produktfelder, Wachstumschancen sowie Rahmenbedingungen auf dem chinesischen Markt für Elektromobilität. Unser Team recherchiert täglich nach aktuellen Presseberichten, wählt die relevanten Beiträge aus und bereitet diese thematisch und in kompakter Form für Sie auf.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!



In dieser Ausgabe: 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

1. MIIT veröffentlicht Sicherheitsrichtlinie für Elektrofahrzeuge

2. China kündigt Öffnung von NEV-Batteriesektor für Auslandsinvestitionen an

 

MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

3. CPCA erwartet größere Absatzsteigerungen für Elektrofahrzeuge erst in 2018

 

INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

4. Huawei entwickelt neue Graphen-Batterie-Technologie

5. Chinesisches Start-up bringt elektrisch angetriebenen Sportwagen auf den Markt

 

PROJEKTE UND KOOPERATIONEN

6. Sino-German Electric Vehicle Charging Project: Dritte Projektphase angelaufen

7. BAIC BJEV baut Kooperation mit TU Dresden im Bereich Fahrzeugleichtbau aus

8. Automobilhersteller Borgward plant Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge in Ostchina

 

 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

 

 

1. MIIT veröffentlicht Sicherheitsrichtlinie für Elektrofahrzeuge

Mitte November ist eine neue Richtlinie des chinesischen Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) in Kraft getreten, die eine verbesserte Sicherheitskontrolle von New Energy Vehicles (NEVs) durch Hersteller, Lokalregierungen und Branchenverbände regelt.

Der neuen Richtlinie zufolge tragen Elektroautomobilhersteller grundsätzlich die Gesamtverantwortung für die Sicherheit ihrer Fahrzeuge. Jeder Hersteller ist dazu aufgefordert, eine Sicherheitsaufsichtsplattform einzurichten, auf der Sicherheitsinformationen und umfassende Fahrdaten aller abgesetzten Fahrzeuge des Herstellers gespeichert und regelmäßig aktualisiert werden. Ab 1. Januar 2017 soll chinaweit in allen Elektrofahrzeugen ein Informationssystem eingebaut werden, das in regelmäßigen Abständen den Herstellern Fahrzeugdaten sowie Batteriestände übermittelt, die zur Kontrolle der Sicherheit auf der Plattform gespeichert und zeitgleich ausgewertet werden. Gleichzeitig werden die Daten an eine staatliche Sicherheitsaufsichtsplattform zur Überprüfung der Sicherheitsstandards übermittelt. Hersteller, die keine Plattform einrichten oder Daten manipulieren, müssen mit einer Strafe durch das MIIT rechnen. So sollen laut der neuen Richtlinie Fahrzeuge betreffender Unternehmen von der Liste der durch das MIIT empfohlenen NEVs gestrichen werden. In Ausnahmefällen kann Herstellern auch die Genehmigung zur Produktion von NEVs entzogen werden.

Regierungen auf Provinz- und Stadtebene sind dazu angehalten, eine lokale Arbeitsgruppe einzurichten, die die Sicherheit von bereits abgesetzten NEVs und der Ladeinfrastruktur in der jeweiligen Region regelmäßig überprüft. Des Weiteren sollen Branchenverbände den Austausch von Sicherheitstechniken unter den Herstellern weiter vorantreiben und Sicherheitstrainings anbieten.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Richtlinie publizierte das MIIT technische Sicherheitsstandards für elektronische Personenkraftwagen, die unter anderem auch Vorgaben zum Brandschutz für NEVs festlegen. Diese Sicherheitsstandards sollen zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Quellen: MIIT (15.11.2016), d1ev (15.11.2016)

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2. China kündigt Öffnung von NEV-Batteriesektor für Auslandsinvestitionen an

Anfang Dezember veröffentlichten die chinesische National Development and Reform Commission (NDRC) und das Ministry of Commerce einen neuen Entwurf des „Catalogue for the Guidance of Industries for Foreign Investment“. Der Leitkatalog der chinesischen Regierung für ausländische Investitionen, der zuletzt 2015 überarbeitet wurde, unterteilt unterschiedliche Sektoren in die drei Kategorien erwünscht, eingeschränkt und verboten. Dem neuen Entwurf zufolge soll sich die Anzahl der Industrien mit eingeschränktem oder verbotenem Zugang von 93 auf 62 verringern. Noch bis Ende Januar 2017 kann der Entwurf auf der Webseite der NDRC kommentiert werden.

Neben einer Reduzierung der beschränkten Sektoren sollen auch die Beschränkungen für ausländische Investitionen in den Bereich Fahrzeugbatterien entfallen, die in New Energy Vehicles (NEVs) eingesetzt werden. Investitionen ausländischer Unternehmen in diesen Bereich waren bisher zwar erwünscht, jedoch nur unter Einschränkung innerhalb eines Joint Ventures mit lokalem chinesischem Partner möglich. Der Anteil des investierenden ausländischen Unternehmens musste dabei unter 50 Prozent liegen. Laut dem neuen Entwurf soll diese Beschränkung nun entfallen. Des Weiteren sollen Beschränkungen für Produktionsmaterialien für die Anoden von Fahrzeugbatterien aus dem Katalog heraus genommen werden.

Die Öffnung für Investitionen ausländischer Unternehmen im Bereich Fahrzeugbatterien könnte ausländischen Herstellern weiteres Engagement in dem zuvor beschränkten Bereich ermöglichen. Neben chinesischen Automobilbauherstellern haben auch ausländische Autobauer und Zulieferer ihre Investitionen im Bereich Elektromobilität in China in den letzten Jahren ausgebaut. Deutsche Automobilbauhersteller haben beispielsweise ihre Kooperationen mit ihren chinesischen Joint Venture-Partnern erweitert und entwickeln Elektrofahrzeuge speziell für den chinesischen Markt. Laut Wang Binggang, Experte im NEV-Forschungsprojekt des chinesischen Ministry of Science and Technology, zeige das Vorgehen der chinesischen Regierung, dass Investitionen ausländischer Unternehmen im Bereich Elektromobilität gewünscht seien. Durch mehr Wettbewerb innerhalb der Branche würden auch lokale Hersteller von Antriebsbatterien dazu veranlasst, mehr in Innovationen und zur Verbesserung der Produktqualität zu investieren. Protektionistische Maßnahmen würden sich hingegen negativ auf die Branchenentwicklung in China auswirken.

Quellen: Ministry of Commerce (07.12.2016), Phoenix New Media (07.12.2016), China Daily (08.12.2016), MERICS (15.12.2016)

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MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

 

3. CPCA erwartet größere Absatzsteigerungen für Elektrofahrzeuge erst in 2018

Chinaweit wurden zwischen Januar und Oktober rund 240.000 New Energy Vehicles (NEVs) abgesetzt. Damit erhöhte sich die Anzahl der verkauften Elektrofahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 110 Prozent. Dies ergeben die neuesten Zahlen, die von der China Passenger Car Association (CPCA) Ende November veröffentlicht wurden. Trotz dieser enormen Steigerung beträgt der Anteil der abgesetzten NEVs an der Gesamtmenge aller verkauften Fahrzeuge lediglich ein Prozent. In chinesischen Großstädten wie beispielsweise Peking und Shanghai liegt der Anteil von NEVs mit sechs beziehungsweise fünf Prozent deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Regionen außerhalb der urbanen Zentren weisen aufgrund geringerer Subventionsmaßnahmen lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent auf.

Auf Grundlage der Absatzzahlen für den Zeitraum Januar bis Oktober prognostiziert Cui Dongshu, Generalsekretär der CPCA, einen Absatz an Elektrofahrzeugen in China von rund 500.000 Einheiten für das Jahr 2016 und korrigiert die Anfang dieses Jahres durch die CPCA abgegebene Prognose von chinaweit 600.000 verkauften Fahrzeugen. Aufgrund zukünftig reduzierter staatlicher Subventionen für NEVs und den im August durch das MIIT veröffentlichten Richtlinien zur verbesserten Regulierung des NEV-Herstellermarktes, werden sich die Elektroautomobilhersteller im kommenden Jahr noch weiter an die neuen Rahmenbedingungen anpassen müssen, so Cui. Insofern rechnet Cui im kommenden Jahr nur mit geringen Absatzsteigerungen der Branche, geht jedoch für das Jahr 2018 von einem erheblichen Zuwachs an NEVs in China aus.

Quelle: Power Electric Battery Net (07.12.2016)

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INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

 

4. Huawei entwickelt neue Graphen-Batterie-Technologie

Anfang Dezember gab das in Peking ansässige Central Research Watt Laboratory Institute des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei auf dem 57. Battery Symposium im japanischen Chiba bekannt, an einer neuen Batterie-Technologie auf Graphen-Basis zu forschen. Die neue Technologie soll zur Verbesserung der Nutzungsdauer künftig in Lithium-Ionen-Batterien angewendet werden und beispielsweise in Drohnen sowie auch New Energy Vehicles (NEVs) Einsatz finden. Durch die Verwendung von Graphen in Lithium-Ionen-Batterien von NEVs sollen laut Herstellerangaben längere Fahrstrecken sowie schnellere Beschleunigungen auch bei großer Hitze ermöglicht werden.

Laut Angaben des Huawei Central Research Watt Laboratory Institute soll sich durch den Einsatz der Graphen-Technologie die Betriebstemperatur der Batterien um zehn Grad auf 60 Grad erhöhen können. Die Gesamttemperatur der Batterie könne dagegen um fünf Grad verglichen zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien reduziert werden. Durch den Einsatz von Graphen will Huawei eine effiziente Wärmeableitung der Batterie realisieren. Bei Graphen handelt es sich um einen wabenförmig strukturierten Kohlenstoff, der aus nur einer Atomschicht besteht. Durch den Einsatz von Graphen verringert sich der Widerstand beim Laden, was zu kürzeren Ladezeiten und positiven Auswirkungen auf die Betriebstemperatur der Batterie führt. Laut Dr. Li Yangxing, Laborleiter des Instituts, soll die verbesserte Hitzebeständigkeit der Batterien durch spezielle Additive erreicht werden, die dem Batterie-Elektrolyt hinzugefügt werden. Diese sollen die Zersetzung des Elektrolyts der Batterie bei höheren Temperaturen verhindern. Gleichzeitig würde eine verbesserte Wärmebeständigkeit des Materials erreicht. Durch den Einsatz der neuen Technologie auf Graphen-Basis soll sich laut Angaben von Huawei die Nutzungsdauer von Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln können.

Quellen: Huawei (01.12.2016), NetEase (01.12.2016), Tencent Video (01.12.2016)

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5. Chinesisches Start-up bringt elektrisch angetriebenen Sportwagen auf den Markt

Das chinesische Elektroautomobil-Start-up NextEV mit Sitz in der ostchinesischen Metropole Shanghai stellte Mitte November einen rein elektrisch angetriebenen Sportwagen für den chinesischen Markt vor. Das Modell EP9 der Marke Nio soll laut Herstellerangaben durch vier Elektromotoren auf eine Leistung von 1.360 PS kommen und innerhalb von 2,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können. NextEV setzt dabei auf Technik aus der Formel E, einer Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Die jeweils 320 Kilogramm schweren Batterie-Pakete sollen laut Hersteller innerhalb von acht Minuten ausgetauscht werden können. Pro Aufladung soll der Sportwagen auf eine Reichweite von 427 Kilometer kommen. Laut Herstellerangaben sei zunächst eine limitierte Stückzahl von 100 bis 200 Einheiten allein für den chinesischen Markt vorgesehen.

In der Vergangenheit hatten bereits mehrfach chinesische Unternehmen und Start-ups verkündet, reine Elektrosportwagen produzieren zu wollen. Beispielsweise hatte Jia Yueting, CEO des chinesischen Technologieunternehmens LeEco, im Januar dieses Jahres angekündigt, eine Fabrik für die Produktion von elektrisch angetriebenen Sportwagen im US-Bundesstaat Nevada aufbauen zu wollen. Das Unternehmen NextEV will nun nach eigenen Angaben die Serienproduktion des Nio EP9 starten.

Quelle: n-tv (25.11.2016)

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PROJEKTE UND KOOPERATIONEN

 

8. Automobilhersteller Borgward plant Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge in Ostchina

Mitte November unterzeichneten Vertreter des Automobilherstellers Borgward mit der Zhejianger Provinzregierung eine strategische Kooperationsvereinbarung für den Aufbau eines Produktionswerks zur Herstellung von Fahrzeugen im ostchinesischen Jiaxing. In dem neuen Werk sollen mit einer jährlichen Produktionsmenge von rund 500.000 Fahrzeugen neben herkömmlichen Kraftfahrzeugen auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge für den chinesischen Markt hergestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Herstellung von Antriebsmotoren, Batterien und elektronischen Steuerungssystemen für New Energy Vehicles (NEVs) liegen.

In Zusammenarbeit mit dem deutschen Automobilzulieferer und Hersteller von Antriebs- und Fahrwerktechnik ZF Friedrichshafen sollen in dem neuen Werk außerdem Automatikgetriebe produziert werden. Das Werk soll im Jahr 2020 fertig gestellt sein.

Quellen: Zhejiang Government (23.11.2016), CI Consulting (24.11.2016)

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© German Industry & Commerce Greater China | Beijing

Dieser Newsletter erscheint im Rahmen des EMOChina Projekts (Laufzeit: April 2015 bis März 2017) der German Industry & Commerce Greater China Beijing, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Wir informieren einmal im Monat über aktuelle Informationen aus der chinesischen Online Presse zum Thema Elektromobilität in China. Über den Link "weiterlesen" gelangen Sie zur Originalquelle der Meldung.

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