EMOChina Newsletter | Ausgabe 06/2015

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie die neue Ausgabe des monatlich, im Rahmen des EMOChina Projekts der German Industry and Commerce Greater China Beijing, erscheinenden Newsletters mit ausgewählten Pressemeldungen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt dient der Unterstützung von deutschen Unternehmen beim Aufbau von Kooperationen und Handelsbeziehungen im Bereich der Elektromobilität in China.

Durch unseren Pressespiegel informieren wir Sie über neue Produktfelder, Wachstumschancen sowie Rahmenbedingungen auf dem chinesischen Markt für Elektromobilität. Unser Team recherchiert täglich nach aktuellen Presseberichten, wählt die relevanten Beiträge aus und bereitet diese thematisch und in kompakter Form für Sie auf.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!




In dieser Ausgabe: 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

1. Chinesische Regierung fordert klare Angabe beim Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen

2. Planung einheitlicher Standards für chinesische und amerikanische Ladesäulen

3. Deutsches Elektroauto als erstes importiertes Fahrzeug auf der Liste steuerbefreiter NEVs

 

MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

4. Finanzielle Förderung von Elektroautos hinderlich für deren technologische Weiterentwicklung?

5. Dreißig Prozent niedrigere Wartungskosten bei Elektroautos

6. Peking: Mehr Fahrzeugkennzeichen für Elektroautos in 2016 beschlossen

 

INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

7. Lithium-Batterien aus Schilfrohr: Zusammenarbeit im Bereich innovativer Materialien für Elektroautos zwischen Deutschland und China

8. Weiterhin großes Potential für deutsch-chinesische Kooperation bei neuen Technologien für Elektrofahrzeuge

 

PROJEKTE UND KOOPERATIONEN 

9. Vergleich von E-Carsharing-Projekten chinesischer Großstädte

10. BMW startet Innovationsstrategie in China

11. Qingdao: Neues Ladenetz für Elektroautos in Betrieb genommen

 

 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

 

1. Chinesische Regierung fordert klare Angabe beim Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen

Das Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) plant eine neue Verordnung zur „Energieverbrauchs-kennzeichnung für leichte Fahrzeuge“ (Gewicht weniger als 3,5 Tonnen). Nicht nur die Kriterien für Benzin- und Dieselfahrzeuge sollen durch die Verordnung neu geregelt werden, sondern zum ersten Mal sind auch New Energy Vehicles (NEVs) von der Verordnung betroffen. In Zukunft sollen NEVs vom Hersteller mit einem farbig abgestuften Energieverbrauchs-Label gekennzeichnet werden.

Aufgrund unterschiedlicher Fördermaßnahmen durch die Regierung ist der Absatz von NEVs in China in den vergangenen Monaten stark gestiegen: Allein im ersten Halbjahr 2015 wurden bereits 72.700 Elektrofahrzeuge verkauft. Das Absatzvolumen wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 255 Prozent. Allerdings verfügen gegenwärtig sowohl NEV-Autohändler als auch NEV-Käufer noch über keine zuverlässigen Daten bezüglich des Energieverbrauchs der Fahrzeuge. So beklagen sich Kunden gegenwärtig, dass der reelle Energieverbrauch der NEVs nicht mit dem angegebenen Verbrauch übereinstimme.

Durch die neue Kennzeichnung des Energieverbrauchs bei NEVs sollen Autokäufer in der Lage sein, wie auch bei anderen Elektrogeräten üblich, auf einen Blick zu erkennen, wie umweltfreundlich das neue Auto ist. Davon werde auch die NEV-Branche profitieren, so der Präsident der China Passenger Car Association (CPCA) Cui Dongshu.

Darüber hinaus sieht eine weitere geplante Verordnung des MIIT vor, in Zukunft die Berechnung des Energieverbrauchs leichter Nutzfahrzeuge anhand von „Leermasse und Motorhubraum“ zu bestimmen, und nicht wie zuvor nur nach dem „Leergewicht".

Quelle: Beijing Business Today, 02.09.2015

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2. Planung einheitlicher Standards für chinesische und amerikanische Ladesäulen

Nachdem im vergangenen Jahr die Arbeit an Standards für New Energy Vehicles (NEVs) zwischen Deutschland und China begonnen hat, sollen in diesem Jahr amerikanisch-chinesische folgen. Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla verspricht sich von diesen Standards in erster Linie eine Lösung im Hinblick auf Ladeprobleme.

Derzeit gibt es weltweit vier Ladestandards: chinesische, europäische, japanische sowie amerikanische. Die Unterschiede zwischen der deutschen Richtlinie, die dem europäischen Standard entspricht, und der chinesischen sind dabei nicht sehr groß: In beiden Ländern werden 7-Pol-Stecker beim Wechselstrom verwendet, nur beim Gleichstrom gibt es Unterschiede. Weiter auseinander liegen jedoch die Standards der USA und Chinas: Amerika verwendet beim Wechselstrom 5-Pol-Stecker, China hingegen siebenpolige Ladestecker. Die Ursache dieses großen Unterschiedes liegt in der Vergangenheit: China hat sich bei der Entwicklung des eigenen Standards am europäischen Modell orientiert, da Amerika zum Zeitpunkt der Schaffung des chinesischen Standards noch über keinen einheitlichen Standard verfügte.

Im Juli letzten Jahres startete zunächst ein deutsch-chinesisches Kooperationsprojekt mit dem Ziel einer Angleichung der Ladeschnittstellen von deutschen und chinesischen Elektroautos in naher Zukunft. Eine erfolgreiche Umsetzung chinesisch-amerikanischer Standards wird auch von den Ergebnissen des deutsch-chinesischen Projekts abhängen. Im Juni dieses Jahres fand eine Konferenz zwischen China und den USA statt, um sino-amerikanische Standards ebenfalls voranzutreiben. Größte Herausforderung hierbei ist es, die unterschiedlichen Gleichstrom-Kommunikationsprotokolle anzugleichen, die zur Kommunikation zwischen Ladesäule und Fahrzeug notwendig sind.

Auch innerhalb Chinas gibt es momentan keinen einheitlichen Ladestandard. In naher Zukunft soll dieser jedoch veröffentlicht werden, um Kompatibilitätsprobleme inländischer Ladeinfrastruktur zu beseitigen. Amerikanische Autohersteller wie etwa Tesla wollen ihre Produkte dann umgehend an den neuen chinesischen Standard anpassen.

Quelle: National Business Daily,19.08.2015 

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3. Deutsches Elektroauto als erstes importiertes Fahrzeug auf der Liste steuerbefreiter NEVs

Der als Plug-In-Hybrid und reines Elektroauto erhältliche BMW i3 steht als erstes Modell eines ausländischen Autoherstellers auf der Liste steuerbefreiter New Energy Vehicles (NEVs). Käufer dieser Elektroautomodelle genießen neben Steuervorteilen noch weitere Vorzüge. Abzuwarten bleibt, ob sich dadurch die Verkaufschancen des umgerechnet 62.500 US-Dollar teuren Fahrzeuges in China verbessern werden; im vergangenen Jahr verkaufte BMW nur knapp zwei Dutzend i3-Modelle in China.

Die Liste steuerbefreiter NEVs wird von der chinesischen Regierung erstellt, sie umfasst nicht nur reine Elektroautos, sondern auch Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge. Um in diese Liste aufgenommen zu werden, müssen Plug-In-Hybride durch reine Batterieleistung 50 Kilometer zurücklegen können. Bei Fahrzeugen, die offiziell als NEV gelten, entfällt eine 10-prozentige Steuer auf den Autopreis beim Kauf. Außerdem, und dies ist oft wesentlich wichtiger für viele chinesische Konsumenten, gilt ein vereinfachter Prozess bei der Kennzeichenvergabe und Autozulassung. Wer ein NEV kauft, kann dadurch die teure und langwierige Bewerbung um ein Fahrzeugkennzeichen umgehen, die in vielen chinesischen Städten gilt.

Bislang standen nur Modelle chinesischer Hersteller oder solche, die in China gebaut werden, auf der Liste. Mit dem BMW i3 reiht sich jetzt ein erstes Importfahrzeug in die Riege der steuerfreien NEVs in China ein. Ob dies auf eine neue Position der chinesischen Regierung zurückzuführen ist oder welche Kriterien das Fahrzeug erfüllen musste, ist nicht bekannt.

Quelle: Automobil Produktion, 23.09.2015

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MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

 

4. Finanzielle Förderung von Elektroautos hinderlich für deren technologische Weiterentwicklung?

Die Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge sind in China seit Jahren steigend. Laut einer Studie des Webportals evpartner.com ist dieser Trend jedoch vor allem auf politische Fördermaßnahmen zurückzuführen: Käufer von Elektroautos sind überwiegend Großstädter. Durch den Kauf eines New Energy Vehicles (NEVs) gelangt man einfacher an ein Fahrzeugkennzeichen und ist außerdem nicht von Fahrbeschränkungen betroffen.

„Die Subventionen sind momentan zu hoch, nicht zu niedrig“, findet Wang Binggang vom „National High-Tech R&D Program“. Außerdem werde bei der Subventionierung von Regierungsseite nicht innovationsabhängig gefördert. Ein NEV-Modell, das auf dem freien Markt nicht konkurrenzfähig sei, könne nach gegenwärtigen Förderprinzipien trotzdem von Subventionen profitieren. Finanzielle Förderungen würden von Zentral-, Provinz und Stadtregierungen vergeben, eine zentrale Vergabestelle gebe es nicht. Insofern sei es möglich, dass sich die Förderungen für die Entwicklung eines Elektrobusses beispielsweise auf bis zu eine Million RMB summieren.

Laut des chinesischen Ministers für Industrie- und Informationstechnologie Miao Wei befindet sich die Entwicklung von New Energy Vehicles momentan noch in der Anfangsphase. Mit den hohen Subventionen werde versucht, den NEV-Markt anzukurbeln und auf ein höheres Niveau zu bringen. Die langfristige Entwicklung von NEVs dürfe allerdings nicht von Subventionen und anderen politischen Förderungen abhängen, sondern müsse auf Schlüsseltechnologien und damit sinkenden Herstellungskosten beruhen.

Quelle: evpartner, 01.09.2015

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5. Dreißig Prozent niedrigere Wartungskosten bei Elektroautos

Die Wartungskosten von New Energy Vehicles (NEVs) betragen nur etwa 70 Prozent vergleichbarer kraftstoffbetriebener Fahrzeuge, so ein Sprecher des Beijinger Elektroautomobilhersteller BAIC BJEV. Dies liege vor allem an dem simpleren Aufbau, der viele Wartungsarbeiten vereinfache.

Laut einer Untersuchung des BBT Commercial Research Institute, das der Zeitung Beijing Business Today angegliedert ist, sind 70 Prozent der chinesischen Konsumenten der Meinung, dass Elektrofahrzeuge keiner regelmäßigen Wartung bedürfen. Tatsächlich sind jedoch lediglich die Wartungsabstände und -gegenstände nicht gleich: Während bei herkömmlichen Fahrzeugen der Motor gewartet und Motoröl sowie -filter gewechselt werden müssen, wird bei NEVs nur der Akku sowie der elektrische Motor überprüft. Der Wartungszyklus von NEVs beträgt 10.000 Kilometer.

Hinzu kommt, dass viele Hersteller von Elektroautos Qualitätsversprechen abgeben, so müssen Besitzer von NEVs nur die Kosten für Routinechecks übernehmen, etwa Arbeitskosten im Rahmen dieser Checks oder Kosten für den Tausch von Motoröl. So ergeben sich beispielsweise für das Elektroauto EV200 des Beijinger Elektroautomobilhersteller BAIC BJEV bei einer Nutzung von 20.000 Kilometern in einem Jahr Wartungskosten in Höhe von 440 RMB. Ein vergleichbares Auto vom Hersteller Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC) mit konventionellem Antrieb würde etwa 700 RMB Wartungskosten pro Jahr verursachen. Somit sind die jährlichen Wartungskosten des Elektroautos mehr als 30 Prozent niedriger als bei dem vergleichbaren kraftstoffbetriebenen Modell.

Quelle: Beijing Business Today, 01.09.2015 

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6. Peking: Mehr Fahrzeugkennzeichen für Elektroautos in 2016 beschlossen

Im Rahmen des Pekinger Vergabesystems für Fahrzeugkennzeichen sollen auch in Zukunft New Energy Vehicles (NEVs) weiter bevorzugt werden. Für das kommende Jahr wurden 60.000 Kennzeichen für NEVs bewilligt. Die Anzahl von Kennzeichen für herkömmliche Kraftfahrzeuge könnte sich dagegen verringern.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass Fahrzeuge mit gelber Umweltplakette und solche, die nur dem Abgasnorm-I-Standard (relativ umweltschädliche Fahrzeuge) zugeordnet sind, ab dem nächsten Jahr nicht mehr innerhalb der sechsten Ringstraße fahren dürfen. In Zukunft soll eine ähnliche Beschränkung auch für die etwas weniger umweltschädlichen Fahrzeuge mit dem Abgasnorm-II-Standard gelten. Gegenwärtig sind in Peking insgesamt 5,57 Millionen Fahrzeuge registriert, deren jährliche Gesamtemissionen bei 700.000 Tonnen liegen. Im Vergleich aller Großstädte Chinas liegt Peking damit auf Platz eins der Emissionen.

Um die Umwelt nachhaltig zu schützen, sei laut dem zuständigen Abteilungsleiter des Beijing Municipal Environmental Protection Bureau, Li Kun, eine Umstellung der Fahrzeugstruktur in Peking auf elektrische und gasbetriebene Fahrzeuge notwendig. Bis 2017 soll die Anzahl an NEVs 200.000 Stück betragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Einführung, Weiterentwicklung und Förderung von NEVs weiter durch die Pekinger Lokalregierung unterstützt werden. Außerdem sollen auch Elektrobusse in Zukunft stärker gefördert werden.

Die Abgasnorm für in Peking angemeldete PKW soll ebenfalls im nächsten Jahr zum sechsten Mal überarbeitet werden. In den vergangenen 15 Jahren basierte die Pekinger Abgasnorm auf der EURO-Norm. Die sechste Fassung könnte möglicherweise nun auf der USA-Abgasnorm basieren, um den Ausstoß flüchtiger organischer Verbindungen besser zu kontrollieren. Diese sind eine Hauptursache für die Dichte von Feinstaub (PM 2,5) und photochemische Verschmutzungen.

Quelle: Ddc Net, 17.09.2015

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INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

 

7. Lithium-Batterien aus Schilfrohr: Zusammenarbeit im Bereich innovativer Materialien für Elektroautos zwischen Deutschland und China

Die Chinese Academy of Sciences (CAS), die University of Science and Technology of China (USTC) sowie das deutsche Max-Planck-Institut haben in einem gemeinsamen Projekt ein neues Herstellungsverfahren für Kathodenmaterialen auf Siliziumbasis aus Schilfrohrblättern entwickelt.

Früher konnte Silizium nur auf chemischem Wege durch synthetische Verfahren hergestellt werden. Das neue Silizium-Herstellungsverfahren aus den Blättern von Schilfrohr ist insofern ein Durchbruch für die Herstellung von Silizium. Die Methode könnte in Zukunft auch die Herstellung von Lithium-Batterien vereinfachen, die in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.

Die Kathodenmaterialien von Lithium-Batterien, die momentan auf dem Markt erhältlich sind, bestehen hauptsächlich aus Graphit. Die so erreichbare Speicherkapazität von 372 mAh pro Gramm ist kaum für New Energy Vehicles (NEVs) mit langen Reichweiten ausreichend. Die Speicherkapazität von Akkus mit Kathoden auf Siliziumbasis ist dagegen deutlich höher: Eine Kapazität von 4200 mAh pro Gramm ist möglich.

Laut des deutsch-chinesischen Forscherteams hat das neue Herstellungsverfahren neben der höheren Speicherkapazität noch weitere wichtige Vorteile: Schilfrohrblätter sind erneuerbar und besitzen eine dreidimensionale Nanostruktur. Im Silizium bleibt diese erhalten und erhöht so die Leistungsfähigkeit der Kathoden. Außerdem ist das Verfahren einfach durchzuführen, denn teure Ausgangsstoffe oder Start-Reagenzien für synthetisch hergestelltes Silizium sind nicht notwendig. Insofern sind die Kosten für die Kathodenproduktion geringer.

Quelle: Diandong News, 17.08.2015

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8. Weiterhin großes Potential für deutsch-chinesische Kooperation bei neuen Technologien für Elektrofahrzeuge  

Im Rahmen eines Vortrags Anfang September auf der China Green Auto Exhibition sprach Professor Lin Song vom Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji Universität über eine mögliche intensivere Kooperation zwischen China und Deutschland im Bereich der New Energy Vehicles (NEVs).

Entsprechend den Planungsangaben des Staatsrats der VR China soll bis zum Jahr 2020 die gesamte Produktions- und Verkaufsmenge reiner Elektroautos und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge auf mehr als fünf Millionen Stück gesteigert werden. Gleichzeitig sieht sich die chinesische NEV-Branche jedoch mit Problemen konfrontiert: Insbesondere im Bereich Batterie- und Motorentechnologie sind chinesische NEV-Hersteller noch auf Unterstützung von ausländischen Herstellern angewiesen. Insofern könnte eine verstärkte deutsch-chinesische Zusammenarbeit hier eine Lösung darstellen.

Eine Kooperation mit Deutschland ist laut Lin Song insofern besonders vielversprechend, denn Deutschland verfüge über solide technologische Grundlagen und habe einen langfristigen Plan zur Weiterentwicklung von NEVs. Im Gegensatz hierzu stehe China mit vergleichsweise veralteter Technologie und Produktionsprozessen, die negative Umwelteinflüsse bislang außer Acht ließen. Um diese technischen Hindernisse zu beseitigen, solle China zum einen ausländische Technologien importieren, und, was noch wichtiger sei, von ausländischer Technik lernen.

Chinesisch-deutsche Kooperationen im Bereich der Elektromobilität bestehen schon seit längerem: Bereits im Juli 2010 haben China und Deutschland ein gemeinsames Kommunikee veröffentlicht, das zur Schaffung eines einheitlichen Ladesteckers für NEVs geführt hat. Außerdem haben Chinas Wissenschaftsministerium und das Bundesministerium für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland eine gemeinsame Forschungsstelle eingerichtet, bestehend aus 15 Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie 19 Unternehmen. Auch das vom chinesischen Elektroautohersteller BYD und Mercedes Benz gemeinschaftlich entwickelte NEV-Modell Denza kann als erfolgreiches chinesisch-deutsches Projekt bezeichnet werden.

Quelle: Chinanews, 05.09.2015

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PROJEKTE UND KOOPERATIONEN

 

9. Vergleich von E-Carsharing-Projekten chinesischer Großstädte   

In verschiedenen Städten Chinas wurden E-Carsharing-Projekte ins Leben gerufen, deren Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich verläuft.  

In Peking stehen Carsharing-Nutzern verschiedene Elektroautomodelle zur Verfügung. Darunter unter anderem das Modell EV150 des Beijinger Elektroautomobilhersteller BAIC BJEV, aber auch Fahrzeuge von BMW und Tesla. Um ein Auto zu nutzen sind Führerschein und Personalausweis vorzulegen. Bei der Rückgabe werden die Kosten abgerechnet, je nach Modell unterschiedlich: Pro Stunde liegen die Nutzungsgebühren tagsüber zwischen 20-50 RMB, nach 17 Uhr bis zum Folgetag um 9 Uhr betragen die Kosten dann zwischen 65-100 RMB pro Stunde. In Shanghai hingegen wird der Mietpreis pro Minute abgerechnet, eine Minute Fahrt mit dem Elektroauto kostet 0,5 RMB.

Darüber hinaus haben die Städte Hangzhou (Provinzhauptstadt Zhejiang), Shijiazhuang (Provinzhauptstadt Hebei), Wuhu (Provinz Anhui), Nanjing (Provinzhauptstadt Jiangsu) sowie Shenzhen (Provinz Guangdong) ihre eigenen individuellen E-Carsharing-Konzepte entwickelt: In Nanjing etwa werden Elektroautos nur gegen eine Jahresgebühr angeboten, während man sich in Shenzhen zunächst als Mitglied bei der jeweiligen Vermietungsfirma registrieren muss. 

Im Gegensatz zu diesen vergleichsweise erfolgreichen E-Carsharing-Projekten hat sich das Projekt in Chengdu (Provinzhauptstadt Sichuan) weniger gut entwickelt. Dort wurden 1.000 neue Elektroautos angeschafft, tatsächlich zum Einsatz gekommen sind aber nur wenige Dutzend. Gründe dafür sind möglicherweise technologische sowie infrastrukturelle Probleme: Zu kurze Reichweite von Batterien sowie ein Mangel an Ladestationen sind nach wie vor die Hauptprobleme im Bereich der Elektromobilität und damit auch zugleich von E-Carsharing-Projekten.

Quelle: Ddc Net, 08.09.2015

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10. BMW startet Innovationsstrategie in China

Anfang September stellte BMW in Peking im Rahmen einer Innovationsstrategie die Serviceprogramme „ChargeNow“, „DriveNow“ und „ParkNow“ für New Energy Vehicles (NEVs) vor und präsentierte gleichzeitig deren geplante Umsetzung innerhalb Chinas. Laut Karsten Engel, CEO BMW China, soll das Programm „ChargeNow“ Fahrern von BMW-Elektroautomodellen in China eine effiziente und günstige öffentliche Ladeinfrastruktur bieten. Bis Ende 2015 sollen vor allem in Peking, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou 500 neue Ladesäulen für BMW-Elektrofahrzeuge eingerichtet werden. Bis Ende 2016 soll die Ladeinfrastruktur auf 1.000 Ladesäulen aufgestockt und auch auf andere Städte ausgedehnt werden. Kooperationspartner von BMW ist hierbei das chinesische Unternehmen Potevio.

Fahrer von BMW-Elektroautos können sich dann die App „BMW ChargeNowTM“ auf ihr Smartphone laden und darüber Ladesäulen in ihrer Nähe finden. An den Ladestellen kann mit einer eigens entwickelten Karte für den Ladevorgang bezahlt werden, diese können Kunden in BMW Kundenzentren und bei Vertriebspartnern erwerben. Aufgeladen werden kann die Karte online.

Das „ChargeNow“-Programm stellt gegenwärtig das größte Ladenetz weltweit dar. BMW ist bereits in 24 Ländern aktiv und verfügt über mehr als 33.000 Ladestellen. Weit über 440.000 BMW-Kunden nutzen weltweit den „ChargeNow“-Service.

Quelle: d1ev, 07.09.2015

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11. Qingdao: Neues Ladenetz für Elektroautos in Betrieb genommen

Das in der chinesischen Küstenstadt Qingdao von der Firma Teld eingerichtete Ladenetz für New Energy Vehicles (NEVs) wurde Ende August in Betrieb genommen: Über die ganze Stadt verteilt wurden 30 Ladestationen in der Nähe von wichtigen Verkehrsknotenpunkten und Sehenswürdigkeiten sowie 1.000 weitere Ladesäulen eingerichtet. Damit steht Fahrern von Elektroautos in Qingdao in der Zukunft eine stark verbesserte Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Mit der App des Ladestation-Betreibers Teld lassen sich alle 30 Stationen anzeigen. Per GPS kann der Nutzer dann zum nächsten Ladepunkt navigieren. Die App informiert auch über den Zustand der Ladestationen; etwa, ob sie gerade frei oder von einem anderen Nutzer besetzt sind.

Teld gehört zum Vorreiter bei der Implementierung von NEV-Ladeinfrastruktur. Das Unternehmen ist Teil des deutsch-chinesischen Joint Ventures Tgood, dessen vorgefertigte Umspannwerke und Schaltanlagen weltweit führend sind – so verbaut Tgood etwa auch High-Tech-Produkte in chinesischen Schnellzügen. Im Juli 2014 gründete Tgood das Tochterunternehmen Teld, um landesweit den Ausbau von Ladestationen voranzubringen. Das wichtigste Produkt von Teld ist das sogenannte „Multi-User-Ladesystem“. Dieses System ermöglicht gleichzeitiges Aufladen von deutlich mehr als zehn Fahrzeugen in einem bestimmten Bereich, wie z.B. in einem Wohnviertel oder auf einem Parkplatz.

Seinen Hauptgewinn erzielt Teld derzeit jedoch über die Ladegebühr, die bei der Nutzung von Ladesäulen anfällt: Jede Kilowattstunde kostet den Nutzer 0,6 RMB. Im Vergleich zu den hohen Investitionskosten, die mit der Einrichtung der Ladesäulen verbunden sind, sind die Einnahmen über die Ladegebühr jedoch relativ gering. Da es bei der Investition aber mehr auf den langfristigen Erfolg ankomme, zeigt sich Teld-Manager Ma Zengzhi hier sehr gelassen: „Elektroautos werden kraftstoffbetriebene Fahrzeuge ersetzen. So wird auch der Bedarf an Ladestationen und Ladesäulen stetig wachsen.“

Quelle: qingdaonews, 31.08.2015

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© German Industry & Commerce Greater China | Beijing

Dieser Newsletter erscheint im Rahmen des EMOChina Projekts (Laufzeit: April 2015 bis März 2017) der German Industry & Commerce Greater China Beijing, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Wir informieren einmal im Monat über aktuelle Informationen aus der chinesischen Online Presse zum Thema Elektromobilität in China. Über den Link "weiterlesen" gelangen Sie zur Originalquelle der Meldung.

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