EMOChina Newsletter | Ausgabe 05/2015

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie die neue Ausgabe des monatlich, im Rahmen des EMOChina Projekts der German Industry and Commerce Greater China Beijing, erscheinenden Newsletters mit ausgewählten Pressemeldungen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt dient der Unterstützung von deutschen Unternehmen beim Aufbau von Kooperationen und Handelsbeziehungen im Bereich der Elektromobilität in China.

Durch unseren Pressespiegel informieren wir Sie über neue Produktfelder, Wachstumschancen sowie Rahmenbedingungen auf dem chinesischen Markt für Elektromobilität. Unser Team recherchiert täglich nach aktuellen Presseberichten, wählt die relevanten Beiträge aus und bereitet diese thematisch und in kompakter Form für Sie auf.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!




In dieser Ausgabe: 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

1. Förderinitiativen für Elektrofahrzeuge in den Städten Beijing, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou in 2015 – ein Vergleich

 

MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

2. Elektromobilität: Branche profitiert von Olympischen Winterspielen 2022 in Beijing

3. Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge sollten verstärkt auf ländliche Regionen abzielen

4. Elektrofahrzeuge: China überholt Deutschland als Herstellerland

 

INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

5. Ladezeit 40 Minuten, Reichweite 150 Kilometer – Entwicklung einer Hochleistungsbatterie für Elektrobusse

6. Geringes Gewicht gleich niedriger Preis? Eine neue Herausforderung für Hersteller von Elektrofahrzeugen

 

PROJEKTE UND KOOPERATIONEN 

7. Verbesserung der Ladeinfrastruktur in und um Beijing

8. Qingdao: Elektro-Intercity-Buslinie in Betrieb genommen

 

 

NEUE STANDARDS UND REGULARIEN

 

1. Förderinitiativen für Elektrofahrzeuge in den Städten Beijing, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou in 2015 – ein Vergleich

Für Verbraucher sind die unterschiedlichen politischen Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge in den Städten Beijing, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou teilweise undurchsichtig und schwierig zu prüfen. Der folgende Überblick vergleicht die regional unterschiedlichen Regularien und Förderinitiativen und macht deutlich, wo sich die Anschaffung eines New Energy Vehicle (NEV) am ehesten lohnt.

Beijing

Richtlinien für die Zuteilung von Fahrzeugkennzeichen: In Beijing werden Kennzeichen für NEVs durch ein spezielles Vergabesystem verteilt, welches sich von dem Verlosungssystem von Kennzeichen für herkömmliche Fahrzeuge unterscheidet. Monatlich stehen 6.000 Kennzeichen für NEVs zur Verfügung. Die Zuteilungsquote liegt derzeit bei 88%.

Art, Umfang und Höhe von Subventionen:

  • Derzeit werden nur reine Elektroautos und Brennstoffzellen-Fahrzeuge subventioniert. Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge werden nicht gefördert.
  • Erlass von Beschaffungs- und Kfz-Steuer
  • NEV-Modelle werden durch die Zentralregierung und die lokale Regierung gleichermaßen subventioniert
  • Der Gesamtbetrag der Subvention darf 60% des NEV-Verkaufspreises nicht überschreiten
  • Reduzierung der Subventionen in 2015 um 10% im Vergleich zu 2013

Ladeinfrastruktur: Bis Ende Mai wurden insgesamt 8.300 Ladesäulen in Beijing eingerichtet. Darunter 234 Lade- und Batteriewechselstationen. 3.700 Ladesäulen stehen exklusiv öffentlichen Verkehrsmitteln, Sanitärfahrzeugen und Taxis zur Verfügung. Zusätzlich gibt es 2.000 öffentliche Ladesäulen sowie 2.600 privat eingerichtete Säulen. Um Autofahrern bei der Suche nach Ladesäulen behilflich zu sein, hat die Regierung spezielle Stadtpläne entwickelt, in denen die Ladeeinrichtungen eingetragen sind. Mittels einer Mobile-App können die Karten auf dem Smartphone aufgerufen werden.

Fazit: Aufgrund der restriktiven Vergabe von Kennzeichen für herkömmliche Fahrzeuge, sind NEVs in Beijing weit verbreitet. Mit monatlich 6.000 zur Verfügung stehenden Kennzeichen für NEVs liegt Beijing im Vergleich vor Shenzhen und Guangzhou. Verglichen mit anderen Städten, ist jedoch die Subventionshöhe für NEVs relativ gering. 

Shanghai

Richtlinien für die Zuteilung von Fahrzeugkennzeichen: Kennzeichen für NEVs werden in Shanghai frei vergeben. Durch Anmeldung eines NEV kann man die Kosten von etwa 80.000 RMB für die Anmeldung eines herkömmlichen Fahrzeugs sparen. 

Art, Umfang und Höhe von Subventionen: 

  • Subventionen betreffen reine Elektroautos, Brennstoffzellen-Fahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge 
  • Erlass von Beschaffungs- sowie Kfz-Steuer
  • NEV-Modelle werden durch die Zentralregierung und die lokale Regierung subventioniert 
  • Keine Reduzierung der Subventionen im Jahresvergleich
  • Die Höhe der Subventionen für reine Elektrofahrzeuge beträgt 40.000 RMB pro Fahrzeug, für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge 30.000 RMB pro Fahrzeug, Brennstoffzellen-Fahrzeuge werden mit 200.000 RMB pro Fahrzeug gefördert.
  • Außerdem fördert die Regierung Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beim Erwerb von mehr als zehn Elektrofahrzeugen mit zusätzlichen 2.000 RMB pro Fahrzeug.

Ladeinfrastruktur: Käufer müssen seit 2015 vor der Anmeldung eines NEV nachweisen, dass ihnen ein Ladestellplatz unmittelbar zur Verfügung steht. In neu entstehenden Wohnvierteln und an öffentlichen Parkplätzen sollen von Juli an mindestens 10% der Stellplätze mit Ladevorrichtungen ausgestattet werden.

Fazit: Aufgrund der hohen Anmeldekosten für herkömmliche Fahrzeuge, sind NEVs wegen der freien Kennzeichenvergabe sehr beliebt. Die Vorgabe jedoch, vor der Anmeldung die Verfügbarkeit eines unmittelbaren Ladestellplatzes nachweisen zu müssen, wirkt sich bisweilen negativ auf die Verbreitung von NEVs aus.

Shenzhen

Richtlinien für die Zuteilung von Fahrzeugkennzeichen: Kennzeichen für NEVs werden durch ein spezielles Vergabesystem zugeteilt. Jährlich stehen 20.000 Kennzeichen zur Verfügung.

Art, Umfang und Höhe von Subventionen:

  • Subventionen betreffen reine Elektroautos, Brennstoffzellen-Fahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge 
  • Erlass von Beschaffungs- sowie Kfz-Steuer
  • NEV-Modelle werden durch die Zentralregierung und die lokale Regierung gleichermaßen subventioniert. Diese Regelung gilt vorerst noch weitere drei Jahre.

Ladeinfrastruktur: Laut Planung der lokalen Regierung sollen bis Ende 2015 insgesamt 169 Ladestationen, 2.000 Schnell-Ladesäulen sowie 27.000 Ladesäulen eingerichtet werden. Bis Ende Mai wurden bereits 81 Schnell-Ladestationen sowie 3.000 private Ladesäulen in Betrieb genommen.

Fazit: In Shenzhen gibt es ein breites Angebot an NEVs. Die Bewerbung um NEV-Kennzeichen gestaltet sich jedoch als eher schwierig, da u.a. eine Aufenthaltsgenehmigung für Shenzhen als Nachweis vorgelegt werden muss.

Guangzhou

Richtlinien für die Zuteilung von Fahrzeugkennzeichen: Monatlich stehen 880 freie Kennzeichen für NEVs zur Verfügung.

Art, Umfang und Höhe von Subventionen:

  • Subventionen betreffen reine Elektroautos, Brennstoffzellen-Fahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge
  • Erlass von Beschaffungs- sowie Kfz-Steuer
  • NEV-Modelle werden durch die Zentralregierung und die lokale Regierung gleichermaßen subventioniert
  • Die Höhe der Subventionen liegt im Jahr 2015 auf gleicher Höhe wie 2013

Ladeinfrastruktur: In neu entstehenden Wohnvierteln sollen mehr als 18% der Stellplätze mit Ladevorrichtungen ausgestattet werden. Rund 100 öffentliche Parkplätze sollen nachträglich mit Ladesäulen bestückt werden. 2016 sollen 10.000 Ladesäulen neu eingerichtet werden.

Fazit: Im Vergleich zu Beijing, Shanghai und Shenzhen ist die Subventionshöhe für NEVs relativ hoch. NEVs können je nach Modell 3.500 RMB bis 6.000 RMB mehr an Förderung erhalten als in Beijing. Aufgrund der nur kleinen Auswahl an NEV-Modellen, sowie einer noch unzureichenden Ladeinfrastruktur, sind NEVs bisher in Guangzhou wenig verbreitet.

Quelle: Ddc Net, 29.07.2015 

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MARKTDATEN UND ENTWICKLUNGSTENDENZEN

 

2. Elektromobilität: Branche profitiert von Olympischen Winterspielen 2022 in Beijing

Kaum war Beijing als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 bekannt, nutzten verschiedene chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen dies für weitreichende Werbekampagnen sowie Verkaufsaktionen. Laut Zhao Jingguang, Vizepräsident der Association of Beijing New Energy Automotives (ABNEA), wird die Branche der New Energy Vehicles (NEV) stark von den Olympischen Winterspielen in Beijing im Jahr 2022 profitieren. 

Bei der IOC-Versammlung in Kuala Lumpur Ende Juli, auf der Beijing zum Austragungsort gewählt wurde, äußerte der Verantwortliche für Umweltfragen im Bewerbungskomitee, dass die Werte der Dichte von Feinstaub (PM 2,5) bis 2022 im Vergleich zu den Werten in 2012 um mindestens 40% sinken sollen. Laut Beijing Municipal Environmental Protection Bureau tragen Abgase von Kraftfahrzeugen mit einem Anteil von 30% zur Luftverschmutzung und einer erhöhten PM 2,5-Dichte bei. Durch die mittels Fahrbeschränkungen erreichte Reduzierung der herkömmlichen Kraftfahrzeuge auf den Straßen, hat die Beijinger Stadtregierung bereits in den vergangenen Jahren verstärkt versucht, den Emissionsausstoß zu verringern und die Luftqualität zu verbessern. In einer nächsten Phase, bei der der Einsatz von NEVs als öffentliche Verkehrsmittel ausgeweitet werden soll, steht eine weitere Reduzierung der PM 2,5-Dichte im Vordergrund. Gleichzeitig sollen Fördermaßnahmen besser koordiniert und die Ladeinfrastruktur sukzessive ausgebaut werden. Von diesen im Rahmen der Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele 2022 angestoßenen Fördermaßnahmen werden vor allem die lokalen NEV-Hersteller, wie etwa der Beijinger Elektroautomobilhersteller BAIC BJEV, profitieren, der hauptsächlich reine Elektroautos produziert.

Quelle: CS Net, 03.08.2015 

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3. Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge sollten verstärkt auf ländliche Regionen abzielen 

Laut Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) ist die Produktionsmenge von New Energy Vehicles (NEV) in China in der ersten Jahreshälfte 2015 im Vergleich zum Vorjahr um das Dreifache auf 78.500 Fahrzeuge angestiegen. 

Dagegen betrug die Zahl der verkauften NEVs in den USA in der ersten Jahreshälfte 2015 insgesamt 54.338 Fahrzeuge. Allein von dem reinen Elektroauto „Model S“ der Marke Tesla wurden 11.600 Fahrzeuge abgesetzt. Dies übertrifft die abgesetzte Menge der reinen Elektroautos in China in der ersten Jahreshälfte 2015 um das Fünffache. China und die USA begangen etwa zeitgleich damit, die Branche der Elektromobilität sukzessive auszubauen. Im Ländervergleich sollte der Bedarf an NEVs in China jedoch deutlich höher sein als in den USA. Gründe dafür sind vor allem der höhere Benzinpreis, das geringere Pro-Kopf-Einkommen und die Luftverschmutzung im Land der Mitte. Warum China jedoch bei der Produktions- und Verkaufsmenge von NEVs hinter der USA zurückliegt, mag vor allem an der falschen Ausrichtung von Fördermaßnahmen liegen. In den USA beispielsweise profitieren Käufer von NEVs landesweit, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, von den gleichen Vergünstigungen. In China ist dies genau umgekehrt. NEV-Pilotprojekte gab es überwiegend in den Städten. Von Fördermaßnahmen für NEVs profitieren insofern bisher nur die Einwohner von Großstädten. Die Versorgung mit Ladeeinrichtungen reicht meist nur bis zur Stadtgrenze, nicht aber darüber hinaus. Die ländlichen Regionen wurden bisher völlig vernachlässigt. Auch innerhalb der Stadt geht die Einrichtung einer funktionierenden Ladeinfrastruktur nur schleppend voran. Großstädter wohnen meist in Hochhäusern, wo bisher nur wenige Stellplätze mit Ladevorrichtung zur Verfügung stehen. Öffentliche Parkplätze sind ebenfalls nur unzureichend mit Ladesäulen ausgestattet. Dabei ist gerade auf dem Land das Aufladen unproblematisch, denn theoretisch kann das Elektroauto einfach im eigenen Hof über den eigenen Stromanschluß aufgeladen werden. Förderinitiativen der Regierung sollten in naher Zukunft auch die ländlichen Regionen mit einschließen, denn hier liegt noch ein enormes Potential, um NEVs in China weiter zu verbreiten und die Absatzzahlen weiter zu steigern.

Quelle: Wokeji, 24.07.2015

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4. Elektrofahrzeuge: China überholt Deutschland als Herstellerland

Dass China im Bereich der Elektromobilität weltweit an Bedeutung gewonnen hat, lässt sich nun auch in Rankings ablesen. Laut des aktuellen Electric Vehicle Index (EVI) der Unternehmensberatung McKinsey & Company hat China im Ranking der weltweit wichtigsten Herstellerländer von Elektrofahrzeugen und entsprechenden Komponenten im ersten Quartal 2015 Deutschland knapp überholt und liegt nun hinter Japan auf dem zweiten Rang. China plant künftig weitere Produktionssteigerungen bei Elektroautos, Elektromotoren und Elektrobatterien.

Auf der Marktseite hingegen sind China (75.000 verkaufte Elektrofahrzeuge seit 2010) und Deutschland (35.000 verkaufte Elektrofahrzeuge) im Ranking lediglich auf den hinteren Plätzen zu finden. Hier liegt Norwegen mit großem Abstand vor den Niederlanden auf Platz eins. Über 5% der in Norwegen seit 2010 verkauften Autos sind Elektrofahrzeuge.

Der EVI, den die Unternehmensberatung McKinsey seit 2010 vier Mal im Jahr erstellt, misst die Entwicklung der Elektromobilität der 14 wichtigsten Nationen. Weitere Informationen zum aktuellen EVI können der Webseite von McKinsey entnommen werden.

Quelle: McKinsey & Company, Juli 2015

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INNOVATIVE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

 

5. Ladezeit 40 Minuten, Reichweite 150 Kilometer – Entwicklung einer Hochleistungsbatterie für Elektrobusse

Auf einer nationalen Fachkonferenz zum Thema Elektromobilität und Energie, die Anfang August an der Nanjing University of Science and Technology (NUST) in der ostchinesischen Stadt Nanjing stattfand, wurde eine von der Universität selbst entwickelte Hochleistungsbatterie für Elektrobusse präsentiert.  

Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien reiner Elektrobusse erreichen nach einem drei- bis vierstündigen Ladevorgang eine Reichweite von etwa 150 Kilometer. Laut Hu Wenbin, Assistenzprofessor am Institut für Automatisierung der NUST, kann die neu entwickelte Hochleistungsbatterie nach einem Ladevorgang von nur 40 Minuten ebenfalls eine Reichweite von 150 Kilometer erzielen. Nach einem kompletten Ladevorgang, so Hu, sind sogar Reichweiten von bis zu 500 Kilometer vorstellbar. Laut Hu liegt dieser Leistungssprung an einem verbesserten Energiemanagementsystem, das als Kerntechnologie der neuen Batterie implementiert wurde. In der Regel bestehen herkömmliche Batterien aus mehr als 150 Batteriestäben. Die einzelnen Stäbe sind nicht einzeln kontrollierbar, was sich negativ auf den Ladevorgang auswirkt. Das neu entwickelte Smart-Energie-managementsystem hingegen kann nun die Temperatur, den Energieverbrauch sowie die elektrische Ladung jedes einzelnen Batteriestabs überwachen, um die Zugabe des elektrischen Stroms während des Ladevorgangs zu regulieren und damit eine gleichmäßige Batterieladung zu gewährleisten. Der Ladeprozess wird entsprechend beschleunigt.

Quelle: d1ev, 04.08.2015

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6. Geringes Gewicht gleich niedriger Preis? Eine neue Herausforderung für Hersteller von Elektrofahrzeugen

Größere und schwerere Autos haben in der Regel auch einen höheren Benzinverbrauch. Folgt man dieser Logik, dann würden größere Elektrofahrzeuge, etwa der Mittelklasse oder aus dem Luxussegment, größere und leistungsfähigere Batterien benötigen, die gleichzeitig auch ein höheres Gewicht mit sich bringen. Größere und schwerere Batterien bedeuten höhere Produktionskosten, was sich wiederum negativ auf den Verkaufspreis auswirkt. Nur wenn durch andere technische Verbesserungen das Gesamtgewicht des Elektrofahrzeugs reduziert werden kann, können Hersteller durch den Einsatz von leichteren Batterien auch den Verkaufspreis senken. 

Die Anforderungen an NEVs im Hinblick auf die Stabilität der Karosserie und des Fahrzeugs im Allgemeinen sind aufgrund der eingesetzten Lithium-Ionen-Batterie in der Regel höher als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Auch Sicherheitsaspekte im Hinblick auf die richtige Positionierung der eingesetzten Hochvolt-Batterie, um diese vor äußeren Einflüssen zu schützen, müssen beim Fahrzeugbau beachtet werden. Möchte man nun ein leichtes Fahrzeug produzieren, das mit leichteren Batterien läuft, müssen bei der Produktion Materialien eingesetzt werden, die einerseits ein geringes Gewicht aufweisen, gleichzeitig aber auch stabil und haltbar sind. Carbon, ein mit Fasern aus Kohlenstoff verstärkter, leichter Kunststoff, bringt genau diese Vorteile beim Einsatz im Fahrzeugbau mit sich. Carbon ist bei sehr großer Festigkeit extrem leicht. Außerdem ist Carbon nahezu beliebig formbar, rostet nicht und kann bei einem Unfall bzw. Zusammenstoß viel Energie absorbieren. Aufgrund dieser Vorteile wird Carbon oft in der Industrie wie z.B. im Flugzeugbau eingesetzt. Im Fahrzeugbau wird Carbon bisher bei ausgewählten Komponenten der Karosserie verwendet.  

Welche Vorteile der Einsatz von Carbon bei NEVs mit sich bringen kann, zeigt sich beim Vergleich der beiden reinen Elektrofahrzeuge BYD E6 und BMW i3. Während der BMW i3, bei dem Teile der Karosserie wie beispielsweise die Fahrgastzelle aus Carbon gefertigt wurden, auf ein Gesamtgewicht von lediglich 1124 Kilogramm kommt, wiegt der BYD E6 mehr als doppelt so viel, nämlich 2295 Kilogramm. Infolge der Gewichtseinsparung durch den Einsatz von Carbon kann beim BMW i3 eine leichtere Batterie verwendet werden. Diese wiegt im Vergleich weniger als halb so viel wie die 500 Kilogramm schwere Batterie des BYD E6.

Leichtere Batterien sollten sich auch positiv auf den Verkaufspreis auswirken. Der BYD E6 ist mit einem Preis zwischen 310.000 und 330.000 RMB jedoch um einiges günstiger als der BMW i3, der preislich bei circa 450.000 bis 520.000 RMB liegt. Ein Grund für den höheren Preis ist auch das verwendete Carbon. Aufgrund der aufwendigen Herstellung ist Carbon immer noch sehr teuer. Eine Kostenreduktion durch den Einsatz einer leichteren Batterie kann insofern durch die erhöhten Materialkosten nicht ausgeglichen werden, was in einem höheren Gesamtverkaufspreis resultiert. Die Herausforderung in der Zukunft wird sein, die Fertigungskosten von Carbon zu reduzieren und so den Einsatz von Carbon bei NEVs zu ermöglichen, um NEVs langfristig zu einem günstigen Kaufpreis anbieten zu können. 

Quelle: Libattery Ofweek, 12.08.2015

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PROJEKTE UND KOOPERATIONEN

 

7. Verbesserung der Ladeinfrastruktur in und um Beijing

Politische Fördermaßnahmen sollen die Entwicklung von New Energy Vehicles (NEV) in Beijing vorantreiben. Eine unzureichende Ladeinfrastruktur wirkt sich aber bisweilen negativ auf die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen in Beijing aus. Es fehlt sowohl an öffentlichen, als auch an privaten Ladeeinrichtungen. 

Neue Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur sollen in Kürze angestoßen werden. Geplant ist eine Art Ring, bestehend aus Ladeeinrichtungen, um die Stadt herum aufzubauen. Statistiken zufolge sind in Beijing rund 8.300 Ladesäulen eingerichtet worden. Die Hälfte der im vergangenen Jahr in Betrieb genommenen 1.500 Ladesäulen befindet sich innerhalb des vierten Stadtrings und bietet in einem Umkreis von jeweils 5 Kilometer eine entsprechende Energieversorgung an. Im Jahr 2015 ist die Einrichtung von weiteren 2.000 öffentlichen Ladesäulen innerhalb des sechsten Stadtrings geplant. Auch über die Grenzen Beijings hinaus soll den Besitzern von Elektrofahrzeugen ein umfassendes Ladeverbundnetzwerk bereitgestellt werden. Die Stadtregierung Beijing arbeitet verstärkt mit den Nachbarprovinzen Tianjin und Hebei zusammen und stattet Autobahntankstellen mit Ladeeinrichtungen aus. 

Außerdem fördert die Regierung die Einrichtung von weiteren Ladevorrichtungen: Unternehmen wie Potevio und TGood Qingdao haben verstärkt damit begonnen, auf öffentlichen Parkplätzen sowie in Tiefgaragen von Shopping Malls und Bürogebäuden Ladesäulen einzurichten. Aufgrund der hohen Einrichtungs- und Instandhaltungskosten der Ladesäulen, wird ab Anfang August zusätzlich zu den Kosten für die Aufladung eine Nutzungsgebühr von 0,80 RMB pro Watt fällig. Die Erträge daraus fließen den Betreiberfirmen der Säulen zu. Um Kostendeckung für die privaten Betreiber zu gewährleisten, subventioniert die lokale Regierung derzeit noch die Einrichtung der Säulen. Langfristiges Ziel, so der Vize-Generalmanager Yan Jinghui des Beijinger Autogroßhandels auf dem ehemaligen Gelände des Asian Games Village, sei es, weitere Betreiberfirmen davon zu überzeugen, in Ladeeinrichtungen zu investieren. Mehr Ladeeinrichtungen bringen eine verbesserte Ladeinfrastruktur mit sich, diese wiederum wirkt sich positiv auf die Absatzzahlen von NEVs aus. Mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen bedeuten gleichzeitig auch höhere Gewinne für die Betreiber der Ladesäulen, die aus der Nutzungsgebühr generiert werden.

Quelle: Beijing Business Today, 10.08.2015

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8. Qingdao: Elektro-Intercity-Buslinie in Betrieb genommen

In der ostchinesischen Stadt Qingdao, in der Provinz Shandong, sind Mitte August zehn reine Elektrobusse in Betrieb genommen worden. Die voll klimatisierten E-Busse verkehren zwischen der Haltstelle „Qingdao Ost“ und der circa 100 Kilometer entfernt liegenden Kreisstadt Laixi, die ebenfalls in der Provinz Shandong liegt. Die Fahrt mit dem Elektrobus kostet 25 RMB und ist damit 9 RMB günstiger als vor der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Die reinen Elektrobusse kommen pro volle Batterieladung auf eine Reichweite von 150 Kilometer. An beiden Endhaltestellen stehen Ladestationen zur Verfügung.  

Die Elektrobusse sollen auch im Rahmen der im September in Qingdao stattfindenden „Qingdao 2015 World Leisure Games“ eingesetzt werden. Das damit in Verbindung stehende Verkehrsunternehmen kündigte an, langfristig auch weitere öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt Laixi auf Elektrofahrzeuge umstellen zu wollen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum ökologischen und abgasfreien Nahverkehr in Chinas Städten. 

Quelle: Wokeji, 17.08.2015

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© German Industry & Commerce Greater China | Beijing

Dieser Newsletter erscheint im Rahmen des EMOChina Projekts (Laufzeit: April 2015 bis März 2017) der German Industry & Commerce Greater China Beijing, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Wir informieren einmal im Monat über aktuelle Informationen aus der chinesischen Online Presse zum Thema Elektromobilität in China. Über den Link "weiterlesen" gelangen Sie zur Originalquelle der Meldung.

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