Pressestatement der Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft in China zu den fünften Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen

09.07.18 AHK China - News-Hauptkategorie, Press Statement, Press Release

Am 9. Juli 2018 treffen sich hochrangige Vertreter der deutschen und chinesischen Politik und Wirtschaft im Zuge der mittlerweile 5. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin. Regierungskonsultationen in dieser Form finden ausschließlich zwischen der deutschen und chinesischen Regierung statt, was die enge und einzigartige Partnerschaft zwischen den beiden Ländern unterstreicht.   

Deutschland und China verbindet wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte: China ist bereits das zweite Jahr in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner weltweit. Mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Milliarden Euro in China, sind derzeit über 5000 deutsche Unternehmen aktiv und haben die Entwicklung des Landes mitgefördert, indem sie rund 1.1 Millionen Arbeitsplätze geschaffen haben. Auch chinesische Unternehmen erweitern stetig ihre Präsenz in Europa und profitieren von der Offenheit des deutschen und europäischen Marktes. Das deutsch-chinesische Handelsvolumen erreichte 2017 einen Wert von rund 187 Milliarden Euro und machte fast 30 Prozent des gesamten Handels zwischen der EU und der Volksrepublik aus. Das deutsche Exportvolumen 2017 nach China betrug dabei rund 86 Milliarden Euro, wobei auch die deutschen Importe gestiegen sind und bei rund 101 Milliarden Euro lagen.

Neben Regierungsabkommen, die den strategischen außen- und sicherheitspolitischen Dialog, den Rechtsstaats- und Menschenrechtsdialog sowie den Kultur- und Jugendaustausch fördern, sind zudem Vereinbarungen zur Vertiefung der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel, Investitionen und Innovation vorgesehen – unter anderem wird zeitgleich auch das hochrangig bilateral besetzte 9. Deutsch-Chinesische Forum für wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Berlin stattfinden.

Die Regierungskonsultationen bieten eine einzigartige Gelegenheit, die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen in China zu thematisieren. „Trotz eines erfolgreichen 2017 und eines guten Starts des Geschäftsjahres 2018, gibt es weiterhin für deutsche Unternehmen in China eine Vielzahl von Herausforderungen“, erklärt Simone Pohl, Delegierte der deutschen Wirtschaft in Shanghai.

Das langsame und beschränkte Internet, Unsicherheit über das im Juni 2017 in Kraft getretene Cybersicherheitsgesetz, unzureichende Rechtssicherheit, ungenügender Schutz geistiger Eigentumsrechte und Fachkräftemangel bleiben die größten Herausforderungen deutscher Unternehmen im China-Geschäft. In Zeiten des digitalen Wandels und industrieller Großinitiativen wie „Industrie 4.0“ und „Made in China 2025,“ ergaben Umfragen der Deutschen Handelskammer zur Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen in China auch, dass fast 70% der befragten Unternehmen Innovation in China, für China und mit China als Priorität betrachten – eine erfolgreiche Kooperation in diesem Bereich kann dann langfristig gelingen, wenn es gemeinsame internationale technische Standards und ähnliche IT-Architekturen gibt, Geschäftsgeheimnisse gewahrt werden und kein Wissen der Unternehmen unkontrolliert abfließen kann.

Die Delegationen der deutschen Wirtschaft in China erwarten, dass die bilateralen Konsultationen auch dazu genutzt werden, diese Herausforderungen anzusprechen und Lösungen aufzuzeigen. „Die jüngst verkürzte Negativliste für ausländische Investitionen ist ein wichtiger Impuls. Aber verbesserter Marktzugang und gleiche Wettbewerbsbedingungen müssen weiter ausgebaut werden und vor allem einhergehen mit einer Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen“ sagt Pohl.  Die 5. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem es gilt, sich mehr denn je für transparente und verlässliche Regeln bei den bilateralen Beziehungen einzusetzen. 

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