Chinas Medienlandschaft

Als ein Land mit über 1,3 Milliarden Menschen bewegt sich China im Schnellvorlauf  in das Informationszeitalter, mit seiner umfassenden Vielfalt an Kommunikationskanälen. Folglich zählt die chinesische Medienlandschaft zu einer der reichsten und vielschichtigsten dieser Welt. Charakterisiert wird sie dabei durch die beschleunigte Transformation von einer starren staatseigenen Struktur zu neuen Geschäftsmodellen und von traditioneller Presse zu den neuen Medien sowie innovativen Formen der Nachrichtengestaltung.

Von staatseigenen zu neuen Geschäftsmodellen

Gegenwärtig sind die meisten der traditionellen chinesischen Medienkanäle, wie Zeitungen, Magazine und Nachrichtenagenturen staatseigen und weit verstreut, jedoch lässt sich eine klare Tendenz hinsichtlich neuer Geschäftsmodelle ausmachen, die private Investoren einschließen. Der Reformplan, der im 12. Fünfjahresplan der chinesischen Zentralregierung beinhaltet ist, deutet darauf hin, dass Medien in Zukunft unabhängiger werden und damit verbunden die Chance haben sich freier zu entwickeln.

Viele traditionelle Medienkanäle beinhalten in der heutigen Zeit Online Plattformen und stehen in direkter Konkurrenz zu ihren Wettbewerbern hinsichtlich der Aufmerksamkeit chinesischer Netzbürger.

Aufwogende Online Medien

Obwohl das World Wide Web vergleichsweise spät in China implementiert wurde, so konnte es doch in unglaublich kurzer Zeit zu einer der Hauptinformationsressourcen des Landes aufsteigen. Die momentan wichtigsten online Plattformen sind Weibo, WeChat, Renren und Alibaba. Zusammen mit weiteren sozialen Netzwerken, Nachrichtenseiten und Micro Blogs verändern diese die Form von Chinas Informationskultur, besonders hinsichtlich jüngerer Generationen.

Heute hat China mehr als 641 Millionen aktive Internetnutzer, unter diesen inzwischen auch über 275 Millionen auf Microblog Seiten zugreifen (Juli 2014). Die noch immer bedeutendste Präsenz in diesem Segment ist Weibo. Weiter fortschreitend ist dabei auch die Tendenz dieser Seiten Themen zu initialisieren und definieren, die nachfolgend von traditionellen Medien aufgegriffen werden.

Starker Fokus auf mobile Technologie

In China lässt sich auch ein starker Trend hin zu mobilen Medien beobachten. Laut einer Studie von Reuters gab es im Land der Mitte gegen Dezember 2013 bereits über 1,227 Milliarden Mobiltelefonnutzer. Von diesen verwenden mehr als 403 Million den Kommunikationsstandard 3G. Eine stattliche Anzahl von 205 Millionen greifen dabei bereits auf mobile Bezahlsysteme zurück. Chinesische Nutzer sind insgesamt sehr aufgeschlossen hinsichtlich mobiler Technologien und das sowohl im Konsum als auch der Produktion von entsprechenden Inhalten.

Das berüchtigte Thema der Zensur

In China besteht ein konstantes Ringen zwischen dem Bedürfnis nach Informationsfreiheit, um die weitere Entwicklung des Landes zu fördern und dem Ansatz der chinesischen Regierung Inhalte umfassend auf kritische Tendenzen zu kontrollieren und den Status der informationellen Vorherrschaft des Staates zu sichern. Die Menschen in China sind dabei bereits an diese Zustände gewöhnt und erwarten daher keine akkuraten Informationen seitens offizieller Medienkanäle. Des Weiteren, sind ihnen auch gesperrte Webseiten und gefilterte Suchergebnisse nicht neu. Aufgrund dieser strikten Zensurregelungen sind viele internationale Kommunikationsplattformen, wie Facebook, Youtube oder Xing in China nicht zugänglich.

Dennoch gibt es auch Wege diese Restriktionen zu umgehen. In der Blogosphäre beispielsweise, nutzen Journalisten Humor und politische Satire um Kritik an der chinesischen Regierung zu üben. Blogger buchstabieren dabei chinesische Schriftzeichen phonetisch oder setzen ähnlich klingende harmlosere Zeichen, um die Zensurmechanismen zu umgehen.

Weitere Informationen über Zensur in China finden Sie beim Council on Foreign Relations (EN)

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Kathrin Wolfsgruber

Abteilungsleiterin Medien & Kommunikation

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