Logistik in China - Marktstudie

Die Anforderungen an die Supply Chain in China haben sich in den letzen Jahren erheblich verändert. Wer in diesem Geschäft bestehen will, muss qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten, denn die Ansprüche der Kunden steigen stetig. 

Aber auch für Logistiker, die denken, den Einstieg verpasst zu haben, gibt es noch Chancen.

Die große Mehrheit steht zum Standort China

Die Handelsströme zwischen China und den Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind für Logistiker auch in Zukunft ein wichtiger Faktor. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass China als Absatzmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Standort China ist heute nicht nur durch Kosteneinsparziele geprägt, sondern wird von den Unternehmen als strategisches Standbein betrachtet. Die Unternehmen sind immer noch überwiegend in den Küstenregionen aktiv. Die Umfrage zeigt deutlich, dass sie dort auch bleiben wollen. 

Schlechte Noten für Logistiker

Die Frage, wie sie den Entwicklungsstand der Logistikanbieter auf dem chinesischen Markt einschätzen, beantworteten die Logistik- beziehungsweise Einkaufsleiter der befragten Unternehmen sehr zurückhaltend. Beim Qualitätsmanagement, der Mitarbeiterqualifikation, Just-in-time-Lieferungen und Sicherheitsstandards schätzen weniger als 20 Prozent den Entwicklungsstand als „hoch“ ein. Lediglich die Sendungsverfolgung erhielt von jedem vierten Befragten gute Noten.

Qualifiziertes Personal leicht zu finden?

Die Frage, ob sie ausreichend qualifiziertes Logistikpersonal in China finden, bejahten 64 Prozent aller Befragten. In der Automobilbranche gaben das sogar 

80 Prozent an. Dieses Ergebnis ist überraschend, denn aktuelle Veröffentlichungen attestieren auch China einen sich abzeichnenden Arbeitskräftemangel.

Preis ist nicht entscheidend Bei der Auswahl eines Logistikdienstleisters spielt Zuverlässigkeit für die befragten Unternehmen eine entscheidende Rolle. Pünktlichkeit, Flexibilität, ausreichende Kapazitäten und Qualitätsmanagement sind die vier wichtigsten Kriterien bei der Auftragsvergabe. Erst an fünfter Stelle rangiert der Preis. Wenngleich Umweltschutz und andere Aspekte des nachhaltigen Wirtschaftens nicht zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Logistikers zählen, so messen immerhin 40 Prozent der Befragten diesem Aspekt eine hohe Bedeutung bei. 

Qualitätsansprüche bremsen Outsourcing

Die befragten Unternehmen haben ihre logistischen Aufgaben teils unternehmensintern, teils extern organisiert. Die Mehrheit der Unternehmen betreibt die Lagerhaltung in eigener Regie. Die Verzollung wird extern vergeben, hier mit einer Präferenz für chinesische Anbieter. Die Überwachung der Supply Chain 

übernehmen die Unternehmen größtenteils selbst. Als Gründe für den Verzicht auf die Auslagerung der Logistikaufgaben wurden Qualitätsanforderungen,

Flexibilitätsanforderungen, Sicherheitsaspekte und Kosten genannt.Logistikmarkt in China: all-inclusive? 

Gute Noten für Logistiker

Die Unternehmen sind mit der Bewältigung der klassischen Logistikaufgaben durch die Dienstleister im Großen und Ganzen zufrieden. Bei der Transportabwicklung und der Verzollung gibt über die Hälfte eine große Zufriedenheit an. Die Erfüllung der Aufgaben zur Überwachung der Lieferkette stimmt die Unternehmen weniger positiv. 

Kontraktlogistik erst am Anfang 

Aufträge an Kontraktlogistiker vergibt in China nur ein Viertel der befragten Unternehmen. Als häufigste in Anspruch genommene Zusatzdienstleistung geben die Unternehmen die Verpackung von Waren an. Nach Beschaffung und Wertstoffrecycling folgt an vierter Stelle die Konfektionierung. Mit der Produktion und der Montage sowie mit dem Beschwerdemanagement werden Kontraktlogistiker selten beauftragt. Ein Nein zur Kontraktlogistik wird in erster Linie mit der 

eigenen Effizienz begründet. Ganze 42 Prozent gaben an, dass sie die Auslagerung bestimmter Teilbereiche an Kontraktlogistiker noch gar nicht geprüft haben. 

Retourenmanagement und Qualitätskontrolle haben Potenzial

Auf die Frage, wie sie die Möglichkeit sehen, bestimmte Dienstleistungen auszulagern, erklärten rund 40 Prozent, dass das Retourenmanagement und die Qualitätskontrolle dafür Potenzial hätten. Rund ein Drittel kann sich Leistungen im Rahmen des Beschaffungsmanagements oder der Reklamationsbearbeitung bei qualifizierten Anbietern vorstellen. Überraschenderweise können sich immerhin zwölf Prozent sogar vorstellen, einen Kernbereich wie die Sales-Planung an Kontraktlogistiker auszulagern. 

Wenig Umweltschutzmaßnahmen geplant

Maßnahmen zum Umweltschutz im Logistikbereich in China wurden von den befragten Unternehmen bisher verhalten umgesetzt und sind zurzeit auch nicht übermäßig geplant. Am ehesten wurden Aktivitäten im Bereich Recycling, Routenoptimierung und Wechsel auf andere Verkehrsträger gestartet. Die CO2-Bilanzierung für die Logistikkette in China ist zurzeit noch sehr wenig verbreitet. Nicht einmal jedes zehnte befragte Unternehmen bezieht die Prozesse in China bei der Ermittlung des CO2-Ausstoßes mit ein. 

Staatliche Auflagen werden erwartet

Dennoch geht die Mehrheit der Unternehmen davon aus, dass sich die Umweltschutzaktivitäten der eigenen Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren maßgeblich erhöhen werden. Als grundsätzliche Ursache für eine solche Entwicklung werden vor allem staatliche Umweltschutzanforderungen gesehen. An zweiter Stelle sehen die Befragten Kundenforderungen als wesentlichen Faktor. 

Wirtschaftskriminalität ist weiterhin präsent

Nur 17 Prozent der befragten Entscheider rechnen damit, dass die Wirtschaftskriminalität mittelfristig eingedämmt werden kann. Produktpiraterie ist das brennendste Thema, 41 Prozent der Befragten wurden bisher mit diesem Delikt konfrontiert. 

Über die Studie

Die PwC-Studie Logistikmarkt in China: all-inclusive? basiert auf den Ergebnissen einer Telefonumfrage unter 250 Unternehmen. Diese Unternehmen rekrutieren sich zu je einem Fünftel aus den folgenden Branchen: Chemie, Maschinenbau, Bau und Großanlagenbau, Automobilindustrie, Handel und Konsumgüter. Die 250 Interviews wurden vom 26. Mai bis einschließlich 27. Juni 2011 von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut (TNS Emnid) geführt, das den Datenschutz garantiert und die Anonymität der Befragten sicherstellt.

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Herausgeber: PwC, Frankfurt/Main

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