Dienstleistungssektor

Chinas Dienstleistungssektor erwirtschaftete in 2011 44% des BIP und ist über die letzte Dekade rasant gewachsen. Der Dienstleistungssektor war die größte Quelle neuer Arbeitsplätze der letzten zwei Jahrzehnte und beschäftigt mittlerweile ca. 36% aller Beschäftigten (im Vergleich zu 18% im Jahre 1998). Insbesondere in den Küstenprovinzen wächst die Bedeutung des Dienstleistungssektors, wo eine große Anzahl an privaten Unternehmen und KMU heranwächst.

Das Wachstum des internationalen Dienstleistungssektors in China hat das Wachstum des lokalen Sektors bereits hinter sich gelassen. China ist ein Importeur von Dienstleistungen und die Exporte im Dienstleistungsbereich weisen ein durchschnittliches Wachstum von 17-18% in den letzten 10 Jahren auf. Die Nachfrage im Dienstleistungsbereich wird in den nächsten 5-10 Jahren, insbesondere in den Küstenprovinzen, ansteigen und die Regierung hat im 12. Fünfjahresplan angekündigt, den Anteil der Dienstleistungen am BIP bis zum Jahr 2015 auf 47% zu erhöhen. 

In den 1990er Jahren ist der chinesische Dienstleistungssektor im Zuge des ansteigenden Durchschnittseinkommens stark gewachsen. Eine effiziente und wettbewerbsfähige Dienstleistungswirtschaft ist diesem bislang jedoch nicht gefolgt und steht noch in den Anfängen. Während Chinas Handelsmarktanteil am BIP von 45% im Jahre 1994 auf mehr als 60% in 2004 angestiegen ist, konnten kommerzielle Dienstleistungen nur einen leichten Anstieg von 5% auf 7% im gleichen Zeitraum verzeichnen. Die Entwicklung des Dienstleistungssektors wurde durch die Entwicklungsstrategie und -schwerpunkte der Regierung behindert, welche von auf Export ausgelegten Produkten und substantiellem Handel sowie Investitionsförderung in der Industrie und dem produzierenden Gewerbe geprägt war und den Dienstleistungssektor vernachlässigt hat. Gerade im internationalen Vergleich hat sich der Dienstleistungssektor unter Potenzial entwickelt. So stehen dem chinesischen Anteil der Dienstleistungen am BIP mit 44% ein Anteil von 69% in Brasilien und 77% in Deutschland gegenüber. Weitere Gründe sind unter anderem, dass der Dienstleistungsmarkt in China mit Entwicklungs- und Eintrittsbarrieren, Regulierung und einem fragmentierten Steuersystem zu kämpfen hat.Seit Chinas WTO Beitritt im Jahr 2001 hat sich die Lage zwar generell verbessert und ausländische Investoren zeigen ein größeres Interesse am Dienstleistungsmarkt, doch ein oftmals undurchsichtiger behördlicher Ablauf und übermäßig beschwerliche Lizenz- und Abwicklungsprozesse zusammen mit rechtlichen Eintrittsbarrieren sorgen bei ausländischen Dienstleistern häufig zu Erschwernissen bei der Entwicklung des Chinageschäftes.

Die Wichtigkeit des Sektors zur Stärkung der wirtschaftlichen Struktur des Landes, Schaffung von Arbeitsplätzen, Förderung von Innovationen, Beschleunigung von technologischen Prozessen und Erhöhung der Gesamteffizienz der Volkswirtschaft wurde von der chinesischen Regierung mittlerweile erkannt und soll ausdrücklich durch Initiativen, Förderungen und Reformen gemäß dem 12. FJP gestärkt werden. Ausländische Hilfe und Kooperationen sind ausdrücklich willkommen und der Dienstleistungssektor soll, beispielsweise steuerlich, reformiert werden. Es bleibt jedoch abzuwarten wie die Ziele im Einzelnen umgesetzt werden sollen und ob es gelingt den Willen der Zentralregierung zur Reform und Stärkung des Dienstleistungssektors auf die ausführenden Institutionen auf Provinz- und Lokalebene zu übertragen. 

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