Chemiesektor in China

Die hohen Wachstumsraten des chinesischen Marktes für chemische Erzeugnisse der vergangenen Jahre sind offensichtlich vorbei. Mit einem Plus von 30,5% im Vergleich zum Vorjahr auf 1.105 Mrd. US$ wurde 2011 der Zenit überschritten. Die Steigerungsrate ging 2012 auf 9,9% zurück. Das Marktvolumen erreichte 1.215 Mrd. US$. Zur Jahresmitte 2013 steht für die meisten Beobachter fest, dass im Gesamtjahr eine Zunahme um allenfalls 10% auf 1.340 Mrd. US$ erwartet werden kann.

Marktentwicklung/-bedarf

Auch wenn sich das chinesische Marktwachstum insgesamt leicht abschwächt, bleiben die Lieferchancen für deutsche Hersteller hervorragend. Auf Basis der ersten Monate 2013 rechnen Analysten damit, dass sich die Chemiebezüge aus Deutschland im Gesamtjahr im Vergleich zu 2012 um 18% auf mehr als 12 Mrd. US$ steigern lassen. Sehr hohe Wachstumsraten sind beispielsweise bei Düngemitteln, Kosmetika und Arzneimitteln zu verzeichnen. Auch Eiweiß- und Klebstoffe sowie Enzyme bleiben stark gefragt. Etwas verhaltener entwickeln sich die Sparten chemische Enderzeugnisse sowie Kunststoffe und Waren daraus. Bei der Lieferung von anorganischen Chemikalien wird auf Jahressicht sogar ein Minus erwartet.

Produktion/Branchenstruktur

Die Chemieerzeugung in der VR China legte 2012 überwiegend zweistellig zu. Im 1. Quartal 2013 schwächten sich die Produktionszuwächse etwas ab. Manche Sparten wie Pestizide (-5,1% auf 806.000 t) und Acrylfasern (-6,8% auf 176.000 t) lagen im Minus. Insbesondere die Erzeugung chemischer Waren für die Photovoltaik kam unter die Räder. So lag die Herstellung von polykristallinem Silizium um 21,0% unter dem Wert des Vorjahresquartals (31.000 t). Bei monokristallinem Silizium wurde ein Fertigungsrückgang um 15,2% auf 9.000 t registriert.

Außenhandel

Die chinesischen Einfuhren von chemischen Erzeugnissen stagnierten 2012 auf hohem Niveau. Nach Angaben des Zolls wurden Branchenprodukte im Umfang von 185,1 Mrd. US$ eingeführt. Im weltweiten Vergleich war das Reich der Mitte der zweitgrößte Importeur nach den USA. Die Einfuhren haben sich seit 2000 nahezu versechsfacht.

Die Chemieimporte aus Deutschland legten 2012 um 4,4% auf 10,2 Mrd. US$ zu. Damit wurde erstmals die Zehn-Milliarden-Grenze überschritten. Deutsche Lieferanten stellten 5,5% (Vorjahr: 5,2%) der gesamten chinesischen Einfuhren von chemischen Erzeugnissen. Wichtigstes Bezugsland war Korea (Rep.; +2,1% auf 27,9 Mrd. US$) vor Japan (-2,9% auf 25,2 Mrd. US$), Taiwan (-7,9% auf 20,8 Mrd. US$) und den USA (-3,4% auf 18,4 Mrd. US$). Deutschland verdrängte 2012 Saudi-Arabien und folgte auf Rang fünf.

Deutsche Hersteller hatten 2012 insbesondere bei Düngemitteln Erfolg. Die Importe der VR China von dort stiegen um 78,1% auf 171 Mio. US$. Den zweithöchsten Zuwachs verzeichneten Arzneimittel mit 33,0% auf 2.239 Mio. US$. Damit nahmen deutsche Lieferanten in dieser Sparte Rang eins ein. Auch bei Farben und Lacken sind deutsche Anbieter gut vertreten.

Quelle: Germany Trade & Invest (GTAI)

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der GTAI.
Marktinformationen der Germany Trade & Invest: GTAI-Trade

 

 

Branche kompakt:

VR China - Chemie-, chemische Industrie (April 2010)