Konjunkturabschwächung in China

28.05.15 Press Clipping

Über die abgeschwächte Konjunktur und die guten Ausgangspositionen für deutschen Mittelstand

 


Chinas Konjunktur schwächelt, auch das rasante Wachstum der vergangenen Jahre verlangsamt sich. Hinter dieser Entwicklung steht ein Reformprozess der Wirtschaft, der für deutsche Mittelständler in China eine große Chance ist.

Finanzexperten erwarten eine Konjunkturabschwächung in China. Das zeigt die Entwicklung des CEP-Indikators, der im April 2015 um 11,8 Punkte unter dem Wert des Vormonats liegt. Der von ZEW und der Fudan Universität in Shanghai berechnete Indikator gibt die Konjunkturerwartungen für China in den nächsten 12 Monaten an.

Während im Februar und März noch ein Anstieg verzeichnet wurde, liegt der April-Wert mit 2,6 Punkten nun deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 11,0 Punkten. Seit Herbst 2013 ist der Trend bereits rückläufig.Auch die Wachstumsaussichten trüben sich ein: Erwartet wird eine reale Wachstumsrate des BIP in China für 2015 in Höhe von 7,0 Prozent. Für das Jahr 2016 werden 6,8 Prozent prognostiziert.

Die rückläufigen Erwartungen des China Economic Panel decken sich mit anderen Studien. Für die Auslandshandelskammer Greater China ist klar: „Die Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich gehören der Vergangenheit an. Unter der Voraussetzung, dass die bereits angestoßenen Strukturreformen ihre Wirkung zeigen, kann die chinesische Wirtschaft in den nächsten fünf bis zehn Jahren stabil zwischen 6 und 7 Prozent wachsen.“

Gute Ausgangsposition für deutschen Mittelstand

Für deutsche Unternehmen ist  die konjunkturelle Eintrübung bislang kaum Grund zur Sorge. „Der deutsche Mittelstand mit eigener Produktion in China schätzt sowohl die Entwicklung Chinas als auch die des eigenen Unternehmens in China bislang positiv ein“, sagt Jens Hildebrandt, Referatsleiter Ostasien bei DIHK. Das liegt auch daran, dass deutsche Unternehmen in China weniger im Konsumgüterbereich tätig sind, auf den eine Konjunkturabschwächung in der Regel zuerst durchschlägt. Laut Geschäftsklimaindex 2014 für deutsche Unternehmen in China geben nur 3,4 Prozent der Unternehmen als Kernbranche Konsumgüter an. Über ein Viertel nennt in der Erhebung der Auslandshandelskammer Maschinenbau, gut 14 Prozent  die Automobilbranche und jeweils 6 Prozent sind hauptsächlich in den Bereichen Chemie und Elektronik tätig.

Die chinesische Wirtschaft befindet sich in einem Transformationsprozess, der gerade für deutsche Unternehmen Chancen mit sich bringt. Der Übergang von einer Phase sehr hoher Wachstumsraten hin zu einer Phase moderaten Wachstums wird von entsprechenden Reformen begleitet, um die chinesische Wirtschaft auf ein gesünderes Wachstum zu trimmen. Statt „Made in China“ soll es in Zukunft öfter „Created in China“ heißen. Das geht nur mit Investitionen in entsprechende Maschinen, und die kommen häufig aus Deutschland. „Die gute Nachricht für Deutschland lautet, dass vor allem viele deutsche Mittelständler von diesem „Upgrade“ der chinesischen Wirtschaftsstruktur profitieren“, sagt  der Experte vom DIHK.

China: Unternehmen folgen Kunden

Selbst aus Entwicklungen wie den Lohnsteigerungen von über 10 Prozent können deutsche Mittelständler durchaus noch Vorteile ziehen. „Deutsche Unternehmen sind in China vor allem wegen der Größe des Marktes präsent und um wichtigen Kunden dorthin zu folgen, weniger wegen niedrigerer Lohnkosten“, erklärt Hildebrandt. Steigende Lohnkosten führten zu zusätzlichen Investitionen in die Automatisierung von Produktionsprozessen – ein Vorteil für deutsche Mittelständler, die die entsprechenden Technologien vorhalten.

Link zum Artikel in Markt und Mittelstand  

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